Welt ohne Tod - Hoffnung oder Schreckensvision?
Höhn, Hans (Hg)
2004, 176 S, Kt, (Wallstein)
Bestell-Nr. 124155

19,00 EUR

Den Tod zu √ľberwinden geh√∂rt zu den √§ltesten Hoffnungen der Menschheit. Literarische Werke besch√§ftigen sich mit der Vision einer "Welt ohne Tod". Die Heilsverhei√üungen der meisten Religionen beinhalten den Gedanken einer √úberwindung des Todes. Zugleich ist es aber Teil menschlicher Lebensweisheit, da√ü die Grenze, die der Tod dem Leben setzt, dem menschlichen Dasein einen besonderen Wert gibt. Fortschritte in der Biotechnologie und Medizin wecken Hoffnungen auf eine technische Abschaffung des Todes, zumindest eine erhebliche Lebensverl√§ngerung. Aber w√§re dies w√ľnschenswert?
 
Die Preistr√§ger der Wissenschaftlichen Frage 2003 des Forschungsinstituts f√ľr Philosophie Hannover sind demgegen√ľber √§u√üerst skeptisch. H√©ctor Wittwer beurteilt die Frage aus utilitaristischer Sicht und betont, da√ü eine Welt ohne Tod durchaus ambivalent anzusehen w√§re. Nach Gunnar Hindrichs liefe die Abschaffung des Todes auf die Verdinglichung des Menschen und den Verlust seines Subjektseins hinaus, weil der Tod und die Unverf√ľgbarkeit √ľber das eigene Leben konstitutiv zu diesem Subjektsein geh√∂rt. Das bedeutet andererseits nicht den Versuch, dem Tod seinen Schrecken zu nehmen, denn nur als unbesch√∂nigter ist er eine Bedingung des Subjektseins. Dirk Stedroth vertritt die These, da√ü die Beantwortung der Frage, ob eine Welt ohne Tod eine Hoffnung oder eine Schreckensvision darstellt, ganz davon abh√§ngt, wie wir unser gegenw√§rtiges Leben beurteilen. Da dieses Urteil, wenn man Adorno, Anders und anderen folgt, alles andere als positiv ausfallen mu√ü, bleibt die Hoffnung auf eine Welt ohne Tod gebunden an die Hoffnung an ein wahrhaft menschliches Miteinander, die die Menschen seit jeher hegen. Hans-Joachim H√∂hn, geb. 1957, ist Professor f√ľr Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Universit√§t zu K√∂ln.
 

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