Das Siegel der Moderne
Hegels Bestimmung des Hässlichen in den Vorlesungen zur Ästhetik und die Rezeption bei den Hegelianern
Ianelli, Francesca
2007, 400 S, Kt, (Fink)
Bestell-Nr. 133792

56,00 EUR

In seinen Berliner Ästhetikvorlesungen erkennt Hegel die Notwendigkeit des Hässlichen in der Kunst an, als eine der vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die die Kunst der modernen aufgeklärten Welt aufnehmen kann und muss, um die gesellschaftlichen Gegensätze ausdrücken und verstehen zu können. Er sieht so im Hässlichen das Siegel der unheimlichen modernen Subjektivität, die die Welt nicht mehr mit dem naiven Vertrauen des schönen tragischen Helden sehen kann.
 
Diese moderne Deutung der Disharmonie, die in der 1835-38 von Heinrich Gustav Hotho nach Hegels Tod gedruckten Fassung der hegelschen Ästhetik unauffindbar ist, ermöglicht die aktuelle inflationäre und oft nicht durchsichtige Omnipräsenz des Hässlichen in der Kunst besser zu verstehen und überholt den reaktionären 'Klassizismus' der Ästhetik der Hegelianer, die der traditionellen Verurteilung des Hässlichen der antiken Philosophie verhaftet bleiben.
 

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