Zerbrechliche Lebensformen
Widerstreit - Differenz - Gewalt
Liebsch, Burkhard
2001, 398 S, Gb, (Akademie)
Bestell-Nr. 135018

39,80 EUR

Wir leben in Zeiten beispielloser Vermischung und Verflechtung von Ideen und Kulturen, Denk- und Lebensformen. Daraus resultieren teils Prozesse der Einebnung von Gegensätzen, teils ihrer lebenspraktischen Zuspitzung. Müssen gegensätzliche Formen menschlicher Koexistenz in gewaltförmige Konflikte münden, wenn sich das Gegensätzliche nicht versöhnen oder "aufheben" läßt? Tragische Erfahrungen, aber auch alltägliche Konflikte spotten vielfach der Vorstellung ihrer Aufhebbarkeit, insofern sie uns in praktischen Widerstreit verwickeln, der sich dem Vernunft-Inter-esse an Versöhnung widersetzt. Die im gegenwärtigen Wiederaufleben ethnischer Konflikte augenfällige Brisanz dieser Problematik zwingt zu sorgfältiger Bestandsaufnahme dessen, wie praktischer Widerstreit konkret vorliegt und wie er gewaltförmig virulent wird. Beschwört Widerstreit als "Unaufhebbarkeit" praktischer Gegensätze in und zwischen Lebensformen wirklich unweigerlich gewaltsame und radikale Konflikte herauf?
Das vorliegende Buch ist als ein energischer Einspruch gegen eine umstandslose affirmative Antwort auf diese Frage gedacht. Deshalb befaßt es sich u.a. mit soziologischen, politischen und sozialphilosophischen Positionen, die eine solche Antwort zumindest nahe legen. Eröffnet Widerstreit nicht andere (politische oder ethische) Spielräume des Verhaltens? Vor jeder möglichen Antwort auf diese Fragen liegt die fällige Wahrnehmung des Widerstreits. Wie widerfährt er uns "leibhaftig" - in uns selbst, im Verhältnis der Geschlechter, in der Differenz der Anderen? Betrifft er nur verschiedene Lebensformen, oder gehört er konstitutiv zu jeder denkbaren lebenspraktischen Form menschlichen Zusammenlebens?
 
Prof. Dr. Burkhard Liebsch, geb. 1959, lehrt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig
 

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