Metapher und Wahrheit
Radtke, Burkhard
2001, 143 S, Kt, (Buchholtz)
Bestell-Nr. 135733

20,00 EUR

Auf welche Weise können metaphorische Äußerungen wahr bzw. falsch sein? Unsere alltagssprachliche Praxis legt nahe, dass man unterscheiden muss zwischen dem, was mit einer Äußerung gesagt wird, fasst man diese wörtlich auf, und dem, was mit der Äußerung gesagt wird, fasst man sie metaphorisch auf. Ferner spricht unsere alltagssprachliche Praxis dafür, dass sowohl das mit einer wörtlich aufgefassten Äußerung Gesagte als auch das mit einer metaphorisch aufgefassten Äußerung Gesagte einen Wahrheitswert haben kann. Demnach mag es vorkommen, dass eine metaphorische Äußerung zu Recht sowohl falsch als auch wahr genannt wird, insofern nämlich das mit ihr Gesagte, versteht man sie wörtlich, falsch und das mit ihr Gesagte, versteht man sie metaphorisch, wahr ist. "Metaphorische Wahrheit" meint vor diesem Hintergrund nicht eine besondere Art von Wahrheit, sondern eine besondere Art, Wahrheiten auszudrücken.
Burkhard Radtke macht sich diese alltagssprachlich fundierte Betrachtungsweise zu eigen und wendet sich damit gegen die von sehr heterogenen Standpunkten vorgetragene und in der Metaphernforschung sehr prominente Ansicht, dass das, was mit einer Äußerung gesagt wird, versteht man sie metaphorisch, niemals wahr oder falsch sei. In einem ersten Teil erweist der Autor die Argumente Loewenbergs, Blacks und Davidsons gegen die These, metaphorische Äußerungen seien metaphorisch aufgefasst zuweilen wahr oder falsch, als nicht stichhaltig. In einem zweiten Teil untersucht er, wie bestimmt werden kann, welche Wahrheit (oder Falschheit) in einer metaphorisch verstandenen Äußerung ausgedrückt wird. Dazu prüft der Verfasser einerseits Versuche, das mit einer Äußerung Gesagte, versteht man sie metaphorisch, als konventionell-sprachlich ausgedrückte Proposition anzusehen, und andererseits Versuche, das mit einer metaphorisch verstandenen Äußerung Gesagte als die Proposition aufzufassen, welche vom Sprecher mitzuteilen intendiert wird. Der Autor argumentiert dafür, dass beide Reduktionsversuche fehlschlagen. Fünf semantische Konzeptionen (Merkmalsselektionstheorie, Ambiguitätstheorie, Extensionsverschiebungstheorie, Bedeutungsexpansionstheorie und Merkmalsmultiplikationstheorie) und zwei pragmatische Konzeptionen (Sprecherbedeutungstheorie und Elliptisches-Gleichnistheorie) werden diskutiert. Der Verfasser weist alle untersuchten Theorien zurück, und gibt eine an Fogelin und Nogales orientierte Antwort auf die Frage, unter welchen Bedingungen die Äußerung eines metaphorisch verstandenen einfachen prädikativen Satzes eine wahre Proposition ausdrückt.
 

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