Ordnungen der Wirklichkeit
Die Kritik der philosophischen Kosmologie am mechanistischen Paradigma
Kather, Regine
1998, 517 S, Kt, (Ergon)
Bestell-Nr. 136204

65,00 EUR

"Meiner Ansicht nach gibt es zumindest eine philosophische Frage, die alle denkenden Menschen bewegt, nämlich die Frage der Kosmologie: der Wunsch, die Welt zu verstehen einschließlich unserer eigenen Person und unseres Wissens als Teil der Welt." (C. Popper). Eine 'philosophische Kosmologie', deren Aufgabe es ist, die dem Menschen zugängliche Wirklichkeit als ganze zu erfassen, kann die 'zwei Kulturen', Natur- und Geisteswissenschaft wieder miteinander verbinden. Damit wird die Kluft, die die Bewußtseinslage und die gesellschaftliche Entwicklung in den letzten drei Jahrhunderten bestimmt hat, unhaltbar. Die Geschichte der Philosophie läßt sich zwar nicht unabhängig von der der Naturwissenschaften verstehen; trotzdem können viele philosophische Einsichten nicht angemessen mit der physikalisch-mathematischen Methode dargestellt werden. Hierzu gehören der Geist als Subjekt des Erkennens, die sinnlichen Qualitäten wie Farben, Töne und Gerüche, Ziele und Werte, intersubjektive und religiöse Erfahrungen. Während Platon im 'Timaios' noch naturwissenschaftliche, ethische, ästhetische und religiöse Aspekte verbinden konnte, verschob sich durch die Methode der Physik, die sich in der Neuzeit etablierte, die Problemstellung. Aber nicht nur die Methode, auch die Inhalte der Physik bestimmen, wie sich an der Philosophie von Leibniz zeigt, das Verhältnis der Ordnungen der Wirklichkeit , von Materie und Geist. Leibniz' Entwurf stößt aus der Perspektive des 20. Jahrhunderts an Grenzen: Zum einen hat sich der Begriff der Materie grundlegend verändert; zum anderen gehört die Erkenntnis der Gültigkeitsgrenzen von Begriffen zu den entscheidenden Einsichten der modernen Physik. Sie wurde deshalb für Heisenberg, Schrödinger, Weizsäcker und Whitehead zum Anstoß für den Entwurf einer umfassenden Sicht der Wirklichkeit. Gerade durch die unterschiedlichen Ausgangspunkte der Autoren werden die Konturen einer modernen Kosmologie sichtbar. Damit verändert sich allerdings auch das Verständnis von Metaphysik: Metaphysik im Sinne einer philosophischen Kosmologie, die naturwissenschaftliche Einsichten ebenso wie lebensweltliche Erfahrungen berücksichtigt, erscheint nicht mehr als geschlossenes, letztbegründetes System, sondern als Prozeß.
 

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