Oedipus complex
Zur Genealogie von Gedächtnis
Heinz, Rudolf
1991, 176 S, 7 Abb, Kt, (Passagen)
Bestell-Nr. 137046

15,00 EUR

Ödipus immer wieder und kaum Ende trotz des Anti-Ödipus und allen offensichtlichen Aufklärungsschwundsder Psychoanalyse mit ihrem subjektivistisch bornierten Ödipuskomplex? Gewiß nicht. Denn mit der fortschreitenden Aushöhlung der weiland politischen Großmythologie Ödipus zu einer infantilen Trivialität, potenziert sich das Malheur seiner Wiederkehr im Objektiven: Ödipus - revenant, epochengemäß medial. Überfällig demnach seine sich mythosophisch fortschrei-bende sinnen- und gedächtnis- kurzum: medien-theoretische Lesart, in der die ganze Unterwelt der Memorials spruchreif wird. Ödipus, zumal als Greis - lahm, blind, sich selbst betäubend das letzte Gerüchtewort Mensch nur noch schreiend: der Aufstand aller inkompatiblen Sinne. "Ödipus' Stunde naht" - das weiße Rauschen, schließlich.
 
Der Autor ist Professor für Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und als dissidenter Psychoanalytiker psychiatrisch tätig.
 

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