Philosophie des musikalischen Kunstwerks
Heinel, Norbert
2007, 210 S, Kt, (Praesens)
Bestell-Nr. 137160

27,20 EUR

Angesichts der nahezu unüberschaubaren Vielfalt an Kunstarealen könnte der traditionelle Kunstbegriff außer Kurs geraten sein. Tatsächlich sind in der 'Moderne' Tendenzen sichtbar, die den "klassischen" Kunstbegriff überfrachten und obsolet erscheinen lassen. Geschlossenheit, Struktur, Autonomie, Autorschaft, Idealität, Perfektion, Individualität und anderes vermögen die Moderne nicht mehr zu erschließen. Auch jüngere Konstituierungsversuche wie jene Heideggers, Gadamers oder Adornos werden den Anforderungen des Werkbegriffs nicht gerecht. Genügt es daher, ihn aufgrund seiner Fragwürdigkeit zu ändern oder müsste er suspendiert werden? Feststeht, dass der eingebürgerte Kunstbegriff vor modernen Kunsterscheinungen kapituliert, die modifizierte und freiere Auslegungen postulieren, ohne dabei "Kunst" zu entwerten. Denn alles, was sich ihr entgegenstellt, bezieht eine definierte Position. Opposition wird indes nur kenntlich an dem, was sie attackiert: Antikunst wird Gegen-Kunst. Wenn sich diese in einem Begründungszusammenhang präsentiert, verfällt sie derjenigen Vorgangsweise, die sie ausradieren möchte. Wird indes der Kunstbegriff völlig negiert, dann bleibt er unangetastet, weil er von außen nicht korrumpiert werden kann. Diskussion über Kunst muss sich in deren Medium bewegen, um gegen diese erfolgreich zu revoltieren. Mit dem Auseinanderdriften musikalischer Stile in der Zeit nach Beethoven - und durch diesen verursacht - in einen akademischen (strukturellsinfonischen) sowie einen piktographischen (programmatisch-theatralischen), wird auch der einheitliche harmonikale und formale Grundkanon verlassen. Die Problematik des Komponierens besteht weniger im "Wie" oder "Was", vielmehr in der Reflexion auf das "Material". Wessen man sich immer bedient, die Wahl legt einen fest. Je weniger es in allgemeinem Gebrauch ist, desto günstiger seine Überlebenschancen, desto schwieriger die Aufnahme. Demzufolge fahren viele Komponisten zweigleisig: Sie tun das, was sie aus ökonomischen und aufführungstechnischen Gründen tun müssen, sowie das, was sie tun wollen. Dies sekundiert und perpetuiert das Nebeneinander exoterischer und esoterischer Musikwelten.
 

Bestellen


Kommentare (0)

Ihr Kommentar

 Vorab bitten wir Sie, diese kleine Aufgabe zu lösen: 10 + 3 = 


Netiquette