Augustinus und die phänomenologische Frage nach der Zeit
Herrmann, Friedrich W von
1992, 216 S, Kt, (Klostermann)
Bestell-Nr. 142543

19,00 EUR

Der Titel dieser Abhandlung zeigt ein Zweifaches an. Das eine ist der philosophiegeschichtliche Befund, daß Augustins Zeit-Untersuchung aus dem XI. Buch der "Confessiones" von den bedeutendsten phänomenologischen Zeit-Denkern unseres Jahrhunderts, Husserl und Heidegger, große Beachtung und nachhaltige Würdigung erfahren hat. Denn beide Denker konnten mit gutem Recht und aus ihrer eigenen phänomenologischen Grundstellung heraus in der Art, wie Augustinus die Frage nach der Zeit ansetzt, entfaltet und beantwortet, eine Vorgestalt ihres eigenen Fragens nach der Zeit erblicken. Das andere ist der hermeneutische Befund, daß die Zeit-Untersuchung Augustins selbst eine Phänomenologie der Zeit ist.Der erste Abschnitt gibt eine phänomenologische Gesamtinterpretation der Zeit-Untersuchung Augustins unter Einschluß der philosophisch-theologischen Bestimmung der Ewigkeit. Obgleich die Augustinische Zeit-Untersuchung zu den meistbehandelten Themen seines Denkens gehört, sind ihr Aufbau und Gang sowie ihre innere Bewegung noch immer nicht hinreichend aufgehellt. Hier kann der Ansatz einer phänomenologisch-hermeneutischen Interpretations-Methode Licht in das Dunkel bringen.Der zweite Abschnitt wendet sich der Frage zu, worin die Bedeutung der Augustinischen Zeit-Untersuchung für Husserls und Heideggers Phänomenologie der Zeit besteht. Indem gezeigt wird, wie in unterschiedlicher Weise Husserl und Heidegger in der Zeit-Untersuchung Augustins eine Vorgestalt ihres eigenen Zeit-Denkens sehen, werden auch die Grenzen bedacht, in denen sich das Augustinische Fragen und Bestimmen bewegt. Die von einander abweichende Art, in der sich Husserl und Heidegger auf Augustinus berufen, bietet zugleich Gelegenheit, die wesensverschiedenen Grundstellungen der reflexiven Phänomenologie des inneren Zeitbewußtseins und der hermeneutischen Phänomenologie der existenzialen Zeitlichkeit des Daseins gegeneinander abzuheben.Die Abhandlung versteht sich selbst als ein Beitrag zur Phänomenologie der Zeit.
 

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