Grundfragen der Philosophie
Hrsg. v. Herrmann, Friedrich W von
Heidegger, Martin
1993, 234 S, Ln, (Klostermann)
Bestell-Nr. 142546

35,00 EUR

Die im Wintersemester 1937/38 einstündig gehaltene Freiburger Vorlesung, die hier erstmals veröffentlicht wird, entfaltet die Grundfrage nach dem Wesen der Wahrheit auf dem Wege einer geschichtlichen Besinnung.Der 'Vorbereitende Teil' gibt eine Vordeutung auf das Wesen der Philosophie und führt an die in der Vorlesung zu behandelnde Grundfrage heran. Die fragende Haltung der künftigen Philosophie wird auf die Verhaltenheit als die Grundstimmung des Bezuges zum Seyn abgestimmt. In Abgrenzung gegen Weltanschauung und Wissenschaft ist die Philosophie das unmittelbar nutzlose, aber gleichwohl herrschaftliche Wissen. Die Vorlesung greift ein "Problem der Logik" heraus: das "Problem" der Wahrheit als Richtigkeit der Aussage, in der Absicht, die hinter dem "Problem" verborgene Grundfrage nach dem Wesen der Wahrheit zu fragen. Die Nötigung hierzu wird in dem verborgenen Umstand gesehen, daß die für die "Logik" fraglose Bestimmung der Wahrheit als Richtigkeit etwas Fragwürdiges enthält: den Spielraum der vierfach-einigen Offenheit. Statt eines "Problems der Logik" soll sich die Frage nach der Wahrheit als das Fraglichste unserer bisherigen und als das Fragwürdigste unserer künftigen Geschichte erweisen.Der 'Hauptteil' der Vorlesung steht unter dem Titel "Grundsätzliches über die Wahrheitsfrage". Um den Rückgang auf die Herkunft der überlieferten Auffassung der Wahrheit aus der Philosophie des Aristoteles als eine geschichtliche Besinnung zu verstehen, wird eine grundsätzliche Uberlegung über den Unterschied zwischen einer historischen Betrachtung des Vergangenen und einer geschichtlichen Besinnung auf das Zukünftige durchgeführt. Die Frage nach der Richtigkeit als dem Wesen des Wahren kehrt sich in die Frage nach der Wahrheit des Wesens, d. h. nach der aristotelisch-platonischen Auffassung der Wesenheit des Wesens. Als Grund für die aristotelische Wesensbestimmung der Wahrheit als Richtigkeit der Aussage zeigt sich die Unverborgenheit des Seienden als die ursprünglichere Wahrheit, die zwar für die Griechen das Erfahrene, nicht aber das Gefragte ist, so daß sie zugunsten der Wahrheit als Richtigkeit verschüttet werden konnte. Unser geschichtlicher Stand im Ende des ersten Anfangs der Wahrheits-Geschichte fordert eine geschichtliche Besinnung auf den ersten Anfang als Vorbereitung des anderen Anfangs. Während die Not des anfänglichen Denkens den Griechen in der Grundstimmung des Erstaunens stimmend nötigte, ist unsere Not vorerst die Notlosigkeit, weil die Wahrheitsfrage als "Problem der Logik" ohne Notwendigkeit ist. Die Seinsverlassenheit ist der Grund für das noch Ausbleiben jener Grundstimmung, die uns aus unserer Notlosigkeit in eine andere Notwendigkeit eines anderen ursprünglichen Fragens und Anfangens nötigen könnte: in das Fragen nach der Unverborgenheit selbst aus einem ursprünglicheren Begreifen des ersten Anfangs. Die Vorlesung endet mit einem Ausblick auf die unserem Fragen aufbehaltene Notwendigkeit, das Wesen der Wahrheit zu gründen, d.h. die Offenheit selbst als die Lichtung für das Sichverbergen des Seyns auf ihren Grund zu bringen und nach dem Wesen der Wahrheit als des Wächters der Wahrheit des Seyns zu fragen.
 

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