Sachen und Zeichen
Zur Philosophie des Pragmatismus
Oehler, Klaus
1995, 270 S, Ln, (Klostermann)
Bestell-Nr. 142556

24,00 EUR

Der Untergang politischer Doktrinen, die dieses Jahrhundert in ihren Bann geschlagen haben, ist an der Philosophie nicht spurlos vorübergegangen. Alte Vorurteile, stabilisiert noch im Zeitalter des Kalten Krieges, lösen sich auf und weichen neuen Erkenntnissen, die oft so neu gar nicht sind, sondern nur durch die Ungunst geschichtlicher Ereignisse daran gehindert wurden, sich auszubreiten. Dazu gehört hierzulande ganz zweifellos die Philosophie des Pragmatismus.Von Anfang an, das heißt seit dem Anfang des Jahrhunderts, stieß der Pragmatismus bei den deutschen Intellektuellen auf Ablehnung. Ohne über eine hinreichende Kenntnis seiner Theorie zu verfügen, sah man in ihm den typischen Ausdruck des amerikanischen Nützlichkeitsdenkens, einer Einstellung, die sich an den banalen Gewohnheiten der Alltagspraxis orientiere. Schon nach dem Ersten Weltkrieg, in den zwanziger Jahren, vermischte sich in Deutschland das bildungsbürgerliche Ressentiment gegenüber dem amerikanischen Pragmatismus mit einem ideologisch motivierten Antiamerikanismus älteren Ursprungs, der sich aus einem konstruierten absoluten Gegensatz des amerikanischen Denkens zum deutschen Geist herleitete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Antiamerikanismus zur vorherrschenden Ideologie vieler Intellektueller, die die Westintegration der Bundesrepublik und die damit verbundene geistige Westbindung verurteilten.Das ist seit der Epochenwende von 1989 anders geworden. Die philosophische Theorie in Deutschland trägt der neuen Entwicklung in wachsendem Maß Rechnung, spät und langsam, aber unverkennbar, und der philosophische Pragmatismus hat im Ensemble der Theorien inzwischen seine feste Stelle.Die in diesem Band versammelten Abhandlungen und Aufsätze, die in den Jahren 1968 bis 1994 verstreut erschienen sind, entstanden zumeist im Zusammenhang mit Vorlesungen und Seminaren des Autors, soweit sich diese auf die Philosophie des Pragmatismus und insbesondere auf Peirce, den Begründer der Philosophie des Pragmatismus, bezogen. Sie gehören, was die Sache betrifft, um die es geht, zusammen.
 

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