Phänomene im Bild
Wiesing, Lambert
2000, 158 S, 2 Abb, Kt, (Fink)
Bestell-Nr. 143079

28,90 EUR

Die Bedeutung des phänomenologischen Ansatzes für die moderne Bildforschung besteht darin, daß hier eine Philosophie entwickelt ist, die sich dezidiert einem ausschließlich in Bildern beobachtbaren Phänomen zuwendet: Auf einem Bild sind Dinge sichtbar, die nur sichtbar sind. Der im Bild gezeigte Gegenstand kann betrachtet werden, ohne daß er älter wird; er läßt sich nicht berühren, riechen oder wiegen. Denn wer ein Bild betrachtet, schaut sich mittels der realen Bildmaterialien eine imaginäre Welt an.
 
Daß viele Bilder darüberhinaus für den Betrachter auch als Zeichen fungieren, ist hingegen eine Feststellung, welche auch für andere Dinge zutrifft; daß einige wenige Bilder auch Kunstwerke sind, ist ebenfalls eine bloß kontingente Eigenschaft bestimmter Bilder. Der phänomenologische Ansatz muß sich daher, indem er sich bemüht, explizit genau die Phänomene zu bestimmen und zu beschreiben, die nur im Bild gegeben sind, gleichermaßen von sprachanalytischen wie auch kunstfixierten Bildtheorien abheben. Denn wenn man sich Bilder anschaut, muß man weder Zeichen noch Kunstwerke betrachten, wohl aber eine Sache, die nicht den Gesetzen der Physik unterliegt - einen Gegenstand sui generis, der mittels des Bildes als sein Bildobjekt geschaffen wird: "Der Maler will keine Zeichen auf seine Leinwand malen," so Jean-Paul Sartre, "er will ein Ding schaffen. Aber wenn nun der Maler, werden Sie sagen, Häuser macht? Genau, er macht welche, das heißt er schafft ein imaginäres Haus auf der Leinwand und nicht ein Zeichen von einem Haus." Die Frage ist: Was bedeutet das phänomenologische Bildverständnis - mittels Bilder werden imaginäre Gegenstände gebaut - für die Betrachtung und Verwendung von Bildern in der Kunst und den Neuen Medien? Der Band Phänomene im Bild geht dieser Frage in historischen und systematischen Überlegungen nach. Er möchte die prinzipiellen Möglichkeiten der Bildbetrachtung und Bildverwendung beschreiben und sucht speziell für die asemantische Bildverwendung, welche in einem phänomenologischen Bildverständnis fundiert ist, sowohl in den Neuen Medien wie auch in der bildenden Kunst konkrete Beispiele.
 

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