Physis und Ethos
Der Naturbegriff bei Aristoteles und seine Relevanz für die Ethik
Müller, Jörn
2007, 188 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 144021

28,00 EUR

Trotz aller zeitgenössischen Warnungen vor den Gefahren 'naturalistischer Fehlschlüsse' hat der Naturbegriff in der gegenwärtigen Moralphilosophie durchaus wieder Konjunktur. Nicht zuletzt deshalb verspricht ein Rekurs auf die antike Philosophie und ihre Ethikentwürfe eines 'Lebens gemäß der Natur' auch Impulse für die zeitgenössische Debatte zu liefern. Trotzdem ist die praktische Relevanz des Naturbegriffs bei Aristoteles sowohl historisch wie auch systematisch bisher nur in Ansätzen gewürdigt. Das zentrale Anliegen dieser Studie besteht darin, diese Lücke in einer Verknüpfung von philosophiehistorischer Rekonstruktion mit systematischen Erwägungen zu schließen.
 
Zu diesem Zweck werden zuerst die für das aristotelische Naturverständnis in toto zentralen Konzepte herausgearbeitet und anschließend ihre Bedeutung innerhalb der ethischen Reflexion bei Aristoteles erläutert. Dabei kristallisiert sich ein normatives Naturverständnis heraus, in dem Natur zum einen als limitative Vorgabe, zum anderen aber auch als durch Ethosbildung und praktische Deliberation erst noch zu vollendende Aufgabe erscheint: Die Natur steckt den Rahmen für eine nicht-beliebige Vielfalt ab, ohne ihre gelingenden Gestalten inhaltlich zu determinieren. Durch die komplexe Verschränkung von Natur als Vorgabe und als Aufgabe lässt sich die aristotelische Ethik gegen den Vorwurf des naturalistischen Fehlschlusses in seinen verschiedenen Versionen verteidigen. Neben der systematischen Tragfähigkeit der aristotelischen Konzeption soll aber auch seine potenzielle Fruchtbarkeit gezeigt werden: Diesem Zweck dient ein abschließender Ausblick auf den gegenwärtig viel diskutierten Fähigkeitenansatz (capabilities approach) der 'Neo-Aristotelikerin' Martha C. Nussbaum.
 

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