Der tugendhafte Atheist
Studien zur Vorgeschichte der Spinoza-Renaissance in Deutschland
Czelinski-Uesbeck, Michael
2007, 260 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 144026

34,80 EUR

Kaum ein Philosoph ist von Beginn seiner Rezeption an so umstritten wie Baruch de Spinoza. Für die 100 Jahre nach Spinozas Tod (1677) ist die Auseinandersetzung mit seinen als häretisch und atheistisch geltenden Werken durch eine ablehnende Haltung gekennzeichnet. Und es gibt kaum einen Philosophen, dessen Biographie in der Rezeption eine derart gewichtige Rolle spielt. Mit der sog. »Spinoza-Renaissance« nach 1780 in Deutschland wird es die Lebensgeschichte Spinozas sein, die die Rezeption des Werkes ständig begleitet. Spinoza gilt fortan als der exemplarische Fall eines tugendhaften Menschen ohne religiöses Bekenntnis. Aber warum soll das Leben eines Philosophen in der Auseinandersetzung mit seinen Schriften eine Rolle spielen? Warum gilt Spinozas Lebensweise als vorbildhaft im Sinne eines ›tugendhaften‹ Lebenswandels? Die Arbeit untersucht, welche Tatsachen über Spinozas Leben durch Dokumente belegt sind, und was durch Spekulationen im Umlauf ist.
 
Im weiteren wird aufgezeigt, wie sich im 18. Jh. ganz besonders an der Diskussion um Spinoza die Einsicht durchsetzt, daß Atheisten nicht notwendigerweise Menschen ohne Moral sind - und wie der französische Aufklärer Pierre Bayle zum Urteil gelangen kann, daß Spinoza gar das »Muster eines tugendhaften Atheisten« darstellt. Zugleich macht die Arbeit deutlich, daß in Deutschland parallell zur Auseinandersetzung mit dem Leben Spinozas die Frage gestellt wird, ob es eine autonome, nicht-theistisch begründete Ethik überhaupt geben könne, ob Atheismus und Moralität grundsätzlich zusammengedacht werden können. Die Beantwortung dieser Fragen während der deutschen Aufklärung wird durch die Folie der Auseinandersetzung auch mit der Lehre Spinozas gelesen werden müssen.
 

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