Muttermythos und Herrschaftsmythos
Zur Dialektik der AufklÀrung um die Jahrhundertwende bei den Kosmikern / Stefan George und in der Frankfurter Schule
Dörr, Georg
2007, 380 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 145463

49,80 EUR

W. Benjamins frĂŒhes Interesse an der Lyrik Stefan Georges und der Philosophie Ludwig Klages’ (etwa ab 1914) hat zu einem verzögerten (aber nachhaltigen) Ideenimport von mythischen Modellen in die Philosophie der Frankfurter Schule gefĂŒhrt (v.a. in der 'Dialektik der AufklĂ€rung' 1947). In dieser Untersuchung werden deshalb zwei in ihrer Zielrichtung verschiedene Formen von Antike- und Mythenrezeption einander gegenĂŒbergestellt: WĂ€hrend die Kosmiker und Stefan George versuchen, gegensĂ€tzliche Formen antiker Religionen (Muttermythos und Herrschaftsmythos) in der Moderne wieder zu beleben, gewinnen in der neomarxistischen Philosophie der Frankfurter Schule unter dem Druck der historischen Ereignisse die von Benjamin vermittelten AnstĂ¶ĂŸe zunehmend an Bedeutung, ohne daß eine letztlich messianische Zielrichtung aufgegeben wird. - Durch den interdisziplinĂ€ren Ansatz der Untersuchung wird u.a. ein mit Hilfe von antiken Mythen legitimierter Konnex zwischen Homoerotik (MĂ€nnerbund), Antifeminismus (bzw. mythischer Überhöhung des Weiblichen) und Antisemitismus deutlich, der in den verschiedenen Diskursen aufscheint. Daß fĂŒr diesen Zusammenhang die heute neu diskutierte Spannung zwischen Polytheismus (oder mit J. Assmann 'Kosmotheismus') und Monotheismus konstitutiv ist, verleiht der Arbeit einen aktuellen Bezug.
 

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