Mythos und Logos
Antike Philosophie von Homer bis Sokrates
Stapelfeldt, Gerhard
2007, 304 S, Kt, (Kovac)
Bestell-Nr. 145572

68,00 EUR

Das Verhältnis von Mythos und Logos ist der Philosophie und ihrer Erbin, der Gesellschaftstheorie, fundamental: es geht um die Möglichkeit des Ausgangs aus der bewußtlosen gesellschaftlichen Entwicklung - es geht um die Möglichkeit eines wahren und guten Lebens. So ist das Verhältnis von Mythos und Logos in der Epoche des Liberalismus, in der Epoche der bürgerlichen Revolutionen, von Vico bis Marx aufgenommen worden. In der Zeit des Nationalsozialismus hingegen haben Horkheimer und Adorno das Verhältnis von Mythos und Aufklärung untersucht, um die Frage zu beantworten, warum die Menschheit in der Barbarei versinkt. An der Odyssee Homers vor allem wurde der Umschlag der Aufklärung in einen rationalen Mythos vorgeführt. Der seit 1973/79 herrschende Neoliberalismus hingegen bestimmt sich durch die Abkehr von der Idee der aufklärenden Vernunft und die Apologie des Mythos. So wird das Ende jener Idee des wahren und guten Lebens proklamiert, die die Philosophie seit der Antike bestimmte und die von der Gesellschaftstheorie aufgenommen worden ist.
 
Der Text entwickelt das Verhältnis von Mythos und Logos an den Anfängen der europäischen Philosophie: an der 'Entzauberung der Welt' von Homer bis Sokrates. Der verhandelte Zeitraum umfaßt etwa 350 Jahre: die 'archaische' und die 'klassische Periode' bis zum Ende der Blütezeit Athens. Die Einleitung expliziert das philosophische und gesellschaftstheoretische Interesse am Verhältnis von Mythos und Logos. Das erste Kapitel skizziert, wirtschafts- und sozialgeschichtlich, die beiden Mechanismen, die die mythologische Welt aufbrechen: Kriege und Handel. Das zweite Kapitel analysiert an der durch Homer und Hesiod überlieferten Mythologie die Merkmale des Mythos und dessen aufklärerischen, philosophischen Gehalt. Das dritte Kapitel gilt den Vorsokratikern, bei denen der Logos erstmals Vorrang vor dem Mythos erlangt. Gegenstand des vorsokratischen Nachdenkens ist die physis, der Kosmos. Das vierte Kapitel würdigt Sokrates als den ersten Philosophen im genauen Sinn: die erste Selbstreflexion der Philosophie, so daß diese wesentlich Sozialphilosophie wird. Insgesamt entwickelt der Text philosophiegeschichtlich die Logik der Aufklärung des Mythos: unbewußter gesellschaftlicher Verhältnisse.
 

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