Der cartesische Taucher
Drei Meditationen
Gr├╝nbein, Durs
2008, 143 S, Kt, (Suhrkamp)
Bestell-Nr. 146127

10,00 EUR

Wieviel Mensch steckt in Descartes' reinem Erkenntnis-Ich? Wieviel Anschauung verschwindet in strenger Vivisektion? Ist der Geist nicht dennoch das bewegende Grundprinzip, die causa prima des Universums? Wenn Dante der Descartes der Metapher war, war dann nicht Descartes - der Dante der neuzeitlichen Wissenschaft? Mit seinem Vers-Roman ├╝ber Descartes (Vom Schnee, 2003) hatte Durs Gr├╝nbein eine bezaubernde poetische Version des Themas gegeben. Nun f├╝gt sich ein erz├Ąhlerisch angelegter Essay in drei Meditationen zur Verteidigungsschrift f├╝r einen der meistgeha├čten Philosophen. Dabei findet sich am Gegenpol des heliozentrischen Weltbildes zugleich der Ursprung des modernen poetischen Ichs.
 
Hinter einem gro├čangelegten Werk mit dem noch viel gr├Â├čeren Titel "Le Monde" verbirgt sich das ehrgeizigste Projekt des Philosophen Ren├ę Descartes: In diesem Werk sollten s├Ąmtliche getrennten Wissensf├Ąden zusammenlaufen und ein Gewebe ergeben, so dicht gewirkt, da├č damit alles unter der Sonne erkl├Ąrt w├Ąre. Was den Dichter Durs Gr├╝nbein zu diesem cartesischen Universum hinzieht, ist gerade nicht der Triumph n├╝chterner Rationalit├Ąt. Das Traumhafte jenes Traumprojekts fesselt ihn, das Phantastische hinter den abstrakten Begriffen, der spekulative H├Âhenflug, den Descartes sich ├╝ber seinen naturwissenschaftlichen Hypothesen erlaubt, die Spur des Experimentators durchs Dickicht der allerheiligsten Mysterien - kurzum: das Bildermachen, Fabulieren mit und jenseits aller Methode.
 

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