Duft der Zeit
Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens
Han, Byung-Chul
2009, 128 S, Kt, (transcript)
Bestell-Nr. 147158

15,80 EUR

Vielfach sind die Pathologien des modernen Lebens als Pathologien des Erlebens und Verfügens von Zeit beschrieben worden - zuletzt etwa als Beschleunigung. Der Philosoph Byung-Chul Han zeigt in seinem Essay, dass diese Analysen das eigentliche Problem verfehlen. Vielmehr ist es die Verabsolutierung der vita activa mit ihrer Emphase von Subjektivität und Handeln, die zu einem Verlust von Zeit und Welt, von Sinn und Dauer führen - begonnen in der Neuzeit bis hin zur heutigen Aktivgesellschaft.
 
Das Gefühl der Beschleunigung stellt sich in Wahrheit als fehlende Erfahrung der Dauer dar, an dem es dem modernen Subjekt angesichts einer zur reinen Machbarkeit und Gegenwärtigkeit degradierten Welt mangelt. Nicht Strategien der Entschleunigung, sondern nur eine zeitgemäße Revitalisierung einer vita contemplativa - einer Kunst des Verweilens - vermag die vita activa auszubalancieren und nach dem Ende der großen Erzählungen Welt und Zeit wiederzugewinnen. Eine Zeit, die im Sinne Prousts den Duft der erfüllten Dauer verströmt.
 

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