Der naturalistische Fehlschluss
Fritz, Alexis
2009, 432 S, Kt, (Academic Press)
Bestell-Nr. 147665

55,00 EUR

In moralischen Diskussionen über Probleme der angewandten Ethik steht am Ende der Reihe von Argumenten oft der Vorwurf des Naturalistischen Fehlschlusses. Dieser wird nicht nur als Hinweis auf einen unerlaubten Sein-Sollen-Schluss verstanden, sondern als Knock-Out-Argument, das dem Gegner ein völliges Unvermögen unterstellt, die eigenständige Geltungslogik moralischer Urteile zu erfassen. Ein derartiger Gebrauch stellt sich jedoch im Hinblick auf die Entstehungsgeschichte des Naturalistischen Fehlschlusses bei D. Hume und G. E. Moore und seine zahlreichen Bedeutungsvarianten als unberechtigt heraus. Die gängige Funktion des Naturalistischen Fehlschlusses als Diskussionsstopper beruht auf problematischen semantischen, erkenntnistheoretischen und ontologischen Voraussetzungen, so dass sie bezüglich moderner Argumentationsformen unberechtigt ist und der Verzicht dieses beliebten Vorwurfs nahelegt. Der Vorwurf des Naturalistischen Fehlschlusses beendet keine Debatte, sondern führt über die voraussetzungsreichen Implikationen dieser Scheinargumentation vielmehr in eine solche ein.
 
Alexis Fritz, geb. 1976, Dr. theol., MA, MA phil, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Theologische Ethik/Moraltheologie an der Kath. Theologischen Fakultät Tübingen.
 

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