Kommunitarismus und Religion
Kühnlein, Michael (Hg)
2010, 430 S, Gb, (Akademie)
Bestell-Nr. 148372

59,80 EUR

Das normative Leitideal des Westens, der politische Liberalismus, ist in eine Krise geraten. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich eine Re-Lektüre der kommunitaristischen Kritik am Liberalismus, da diese in ihren vielfältigen Stellungnahmen zur Religion immer wieder vor den autonomen Verselbstständigungen einer liberalistischen Vernunft gewarnt hat.

In der kommunitaristischen Reflexion geht es um die normative Präsenz der Religion in einer lebendigen pluralistischen Demokratie und um die Verwirklichung von Moral in Freiheit unter Bedingungen von Instrumentalismus, Schuld und Versagen. Ein breites Panorama religiöser Bezugnahmen deutet der Kommunitarismus hier aus: Es reicht von der Religion als Kampfbegriff gegen die Moderne (MacIntyre) über eine zivilreligiöse Gemeinschaftsästhetik (Bellah) bzw. über Narrative gemeinschaftlichen Handelns (Walzer) bis hin zum identitätsstiftenden Einschluss von Transzendenz (Taylor). All diesen unterschiedlichen Positionen ist eines gemeinsam: Theoriestrategisch ist für sie der Bezug auf die Religion konstitutiv und nicht bloß illustrativ.

MacIntyres Kritik an den Charaktermasken der Moderne, Bellahs und Walzers Erinnerung an die vorpolitischen Grundlagen politischer Orientierungssysteme und Taylors theistische Konzeption des Guten sind eindeutige Belege für die Unabdingbarkeit der Reflexion auf Religion auch unter nachmetaphysischen Bedingungen der Moderne.
Die Beiträge des Bandes beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Religionskonzeptionen der kommunitaristischen Autoren; im Fokus der Aufmerksamkeit steht dabei vor allem die je spezifische Verbindung von Religion und Liberalismuskritik, wie sie uns beispielsweise in der Ablehnung der Moderne, in der zivilreligiösen Unterfütterung gesellschaftspolitischer Legitimationsverfahren oder aber in der Kritik am Rechten und der daraus resultierenden Priorisierung des Guten begegnet. Und es wird die Frage diskutiert, wie sich der Religionsbegriff des Kommunitarismus zu den reflexiven Erfordernissen einer global organisierten und pluralistisch strukturierten Welt verhält.
 

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