Annäherung an den Menschen
Beelmann, Axel
2010, 275 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 149253

48,00 EUR

Das Leben ist eine umwegige Veranstaltung, die schliesslich doch mit dem Tod endet. Schon die erste Natur, die biologische Seite des Menschen, ist demnach mit Negativität behaftet. Die philosophische Überraschung liegt darin, das auch seine zweite Natur, die zur Kompensation seiner natürlichen Ausstattungsmangel ausholt, von ihr durchsetzt ist. Die Sphäre der Kultur erweist sich als derart von den logischen Formen der Negation durchdrungen, das der Mensch anthropologisch gesehen geradezu in der Negativität zentriert ist.

Die Annäherung an das Wesen des Menschen erfolgt am Leitfaden der Frage, wie es ist, einer zu sein. Prominente Beispiele gelebter Negativität sind Fremde, Krankheit, Schein und Schuld. Es handelt sich um privativ-negative Phänomene, denen auf die ein oder andere Weise zugleich das reflexive Bewegungsmuster zu eigen ist, auf etwas zurückzukommen, das man nicht mehr so antrifft, wie man es verlassen hat: und sei es nur oder sogar sich selbst. Plessners anthropologische Figur der exzentrischen Mitte kann jedoch nur zu deren Zentrierung in der Negativität verschärft werden, wenn ihre gelebten Formen nicht alles sind. Insbesondere die philosophiegeschichtlich belegbare Verwiesenheit der Metaphysik auf das Nichts, die Schwierigkeiten im Umgang mit dem Unendlichen und die Grenzen der Erkenntnis machen sichtbar, das der Mensch nicht nur beiläufig, sondern wesentlich ex negativo bestimmt und durch die Reflexion gebrochen ist.
 

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