Logos bei Platon als Spiel und Ereignis
Dunshirn, Alfred
2010, 288 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 149286

42,00 EUR

In diesem Buch soll gezeigt werden, welch wichtige Stellung das Wort Logos in Platons Schriften einnimmt. Dieser schillernde Begriff wird in den Platonübersetzungen ganz unterschiedlich mit Wort, Satz, Argument, Gespräch, Gedanke, Verhältnis und anderen Ausdrücken übertragen. Im ersten Teil des vorliegenden Bandes werden unterschiedliche Weisen der Dialogsprecher, sich zu den Logoi oder dem Logos zu verhalten, dargestellt. Über Sokrates heißt es etwa, dass er in die Logoi geflohen ist, um in ihnen die Wahrheit ausspähen zu können. Er ist es auch, der einen Logos als den stärksten unterscheiden und ihm folgen kann. Zwei größere Kapitel sind dem Spielen mit Logoi, womit das wiederholte Lesen der verschriftlichten Dialoge als Erziehungsmaßnahme gemeint ist, und den verschiedenen Tätigkeiten des Logos (dass er selbst spricht, etwas anzeigt oder sich versteckt), was mit Ereignis benannt ist, gewidmet. Im zweiten Teil wird anhand von acht Dialogen demonstriert, dass sich für die Leser, welche die Dialoge im Original lesen, diese Verfolgung der Logos-Thematik bei Platon von selbst nahe legt. Ausgewählt werden die ersten beiden Vierergruppen der antiken Tetralogienanordnung, welche die handschriftliche Überlieferung von Platons OEuvre maßgeblich bestimmte. Diese Anordnung kann als Lesehilfe verstanden werden, die einen Leitfaden für die Anfänger in der Platonlektüre abgibt. Diese werden in den Dialogen Euthyphron, Apologie, Kriton und Phaidon über die letzten Tage des Sokrates informiert, aber vor allem auch über seine eigentümliche Art, Gespräche (Logoi) zu fuhren. In den anderen vier der hier referierten Werke, dem Kratylos, Theaitetos, Sophistes und Politikos erhalten die Eleven in der platonischen Akademie dann eine allgemeine Einführung in das Element philosophischer Betätigung, in die Logoi, wird doch in diesen Texten den Bestandteilen der Logoi, den Namen, nachgegangen, als auch der Logos selbst als Verknüpfung von Namen- und Tunwort bestimmt. Dabei zeigt sich vor allem im Sophistes, dass das Sein, dessen Bestimmung im Zentrum philosophischer Bemühung steht, überhaupt nur durch die Verknüpfung im Logos fassbar wird.
 

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