Intellektuelle Abenteuer: Philosophie, Geschichte und Erziehung bei Michael Oakeshott
Kapetanovic, Pit
2010, 284 S, Kt, (Kovac)
Bestell-Nr. 150539

78,00 EUR

Im Mittelpunkt der Philosophie von Michael Oakeshott (1901-1990) steht die ewige „Konversation der Menschheit“, der Austausch der Wissenschaften, der Künste und des Alltags. Diese Konversation drohte ihn jedoch im Laufe seines Lebens zu langweilen, da der reine Pragmatismus immer mehr Überhand nahm. Damit sie erneut zu einem „intellektuellen Abenteuer“ werden kann, müssen andere Stimmen wieder selbstbewusster werden. In Geschichte und Philosophie lassen sich Erfahrungen machen, die die Konversation beleben und ein Gegengewicht zur Praxis darstellen können. Allerdings sind beides kulturell überlieferte Erfahrungsformen, die man zuerst beherrschen muss (Geschichte) oder für die man zumindest eine kulturelle Grundkenntnis (Philosophie) braucht, bevor sie faszinierende und subversive Ergebnisse zeitigen. Der Boden für die Bereitschaft zum Abenteurertum wird in einer Erziehung gelegt, die nicht auf Komplexitätsreduktion aus ist, sondern gerade in die komplizierten Details einer Gesellschaft einführt.

Oakeshotts philosophische Wurzeln liegen u.a. im britischen Idealismus, vor allem bei Harold Joachim und F.H. Bradley. Er wurde oft mit seinem Zeitgenossen Collingwood verglichen, obwohl er dessen Zuversicht in die Möglichkeiten und Anwendbarkeiten historischer Erkenntnis nicht teilte.

Die Studie entwickelt Oakeshotts Philosophiekonzept in der Auseinandersetzung mit diesen Denkern. Vor allem aber zeigt sie den Zusammenhang zwischen Philosophie, Geschichte und Erziehung bei Oakeshott auf. Er besteht in der - heute vielleicht mehr denn ja aktuellen - Verteidigung der kontingenten Vielfalt allen Geschehens gegen jeden Versuch einer absoluten Kategorisierung oder Nutzbarmachung: die Konversierenden sollen das Abenteuer weiterhin suchen und schätzen.
 

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