Durch Technik gutzumachen, was Technik frevelte
Zur Polyvalenz der "Technik" bei Theodor W. Adorno
Vogel, Marc
2011, 140 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 231152

24,00 EUR

Bei näherem Besehen erhärtet sich der Verdacht, daß es sich bei Adornos Technikverständnis um ein wissenschaftliches Desiderat handelt; dabei hat er sich, wenngleich disparat, umfassend zum Thema ,Technik’ geäußert. So wäre der zivilisatorischen (Real-)Technik [1.] nach wie vor sozial-utopischer Geltungsüberhang zu attestieren. Konsequenz der fortdauernd-falschen Anwendung und Entwicklungssteuerung der Technik wäre jedoch eine ,Revolte’ der ihrerseits mißhandelten Natur; die „identitätslogische“ Funktionsweise der etablierten rationalen Technik ,instrumenteller Vernunft’ [1.2] ließe dem verleugneten „Nichtidentischen“ lediglich die Pathologie zum Ventil. Der verbreitete „Fetischcharakter der Technik“ wird hingegen eingestuft auch als ,Motor’ des utopischen Potentials der Technik – was die (moralische) Polyvalenz der Adornoschen Technik-Konzeption pars pro toto verdeutlicht: a) pejorativ, b) deskriptiv/affirmativ, b)II normativ/utopisch. Kompensatorische Funktion mit Blick auf das strukturell-ungenutzte Potential der Technik komme der Kunst zu. Insbesondere die ,zwecklose Zweckmäßigkeit’ der Binnenstruktur eines nicht-„kulturindustriellen“ Kunstwerks – dessen ästhetische „Technik“ der Materialbeherrschung [2.] – antizipiere die verstellte utopische Funktionsweise der Realtechnik: Die bei Marx verzeichnete revolutionäre Dynamik der technischen Produktivkräfte wird bei Adorno auf vielschichtige Weise mit der avancierten modernen Kunst verschränkt.
 

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