Lukacs 2012 / 2013
Jahrbuch der Internationalen Georg-Lukacs-Gesellschaft
Benseler / Dannemann (Hg)
2012, 434 S, Kt, (Aisthesis)
Bestell-Nr. 232019

58,00 EUR

Die Beiträge des vorliegenden Jubiläum-Jahrbuchs spiegeln den Pluralismus der aktuellen Beschäftigung mit Lukács’ Werk, das Philosophie, Literatur und Kunst ebenso umfasst wie Ideologie und Politik. Denis Maier und Erich Hahn erschließen bislang eher unbeachtete Aspekte; Lukács’ Verhältnis zum Judentum, zu Antisemitismus, Shoa bzw. seine Kritik der Religion als Ideologie werden zum Untersuchungsgegenstand.
 
Jürgen Meier überrascht, indem er den Humanismus von Lukács mit dem von Erich Fromm und Albert Schweitzer korreliert. Dem noch immer zu wenig erschlossenen Ontologie-Projekt widmen sich F.O. Wolf und Hans-Christoph Rauh sowie Guido Oldrini und Michael Thompson. Auffällig ist hier, dass die deutschen Autoren anders als ihre Kollegen kaum Anstalten machen, die Stärken der Spätphilosophie – zumal in ethischer Hinsicht – zu verdeutlichen. Einen Interessensschwerpunkt bildet natürlich weiterhin Lukács’ Frühwerk.

Während Ágnes Heller (dabei Judith Butlers Versuch in mancherlei Hinsicht ähnlich) sich Die Seele und die Formen zuwendet, fokussieren sich die Arbeiten von Axel Honneth, Engster, Kavoulakos, Caysa/Tietz auf den Lukács der zwanziger Jahre. Hierbei sind die unterschiedlichen Akzentuierungen relevant: Setzt der Frankfurter Philosoph seine Bemühungen um eine kritische Aktualisierung des Verdinglichungs-Paradigmas fort, so pointiert Kavoulakos die Stärken des geschichtsphilosophischen Ansatzes seit „Taktik und Ethik“; Frank Engster arbeitet den „Ereignis“-Status von Geschichte und Klassenbewußtsein mit einiger Empathie heraus; Caysa/Tietz wägen Lukács’ Adaption des altehrwürdigen Topos des Gewaltrechts des Guten fair ab. Die politisch-philosophische Debatte um Lukács’ späte Demokratisierungsschrift setzt Stefan Bollingers klug-abwägender Beitrag fort. Dem literaturwissenschaftlichen Werkaspekt widmen sich Dieter Schiller und Christoph Henning. Lukács’ Briefwechsel nach 1917 ist weithin unpubliziert. Die Veröffentlichung der Materialien von David Kettler ist ein Beitrag, diesem Missstand ein Ende zu bereiten, dem in den nächsten Jahrbüchern weitere folgen sollen.
 

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