Philosophie, Hermeneutik, Jurisprudenz
Die Bedeutung der philosophischen Hermeneutik Hans-Georg Gadamers für die Rechtswissenschaften
Kaspers, Jens
2014, 182 S, Kt, (D&H)
Bestell-Nr. 373590

79,90 EUR

Die philosophische Hermeneutik, wie Hans-Georg Gadamer sie in Wahrheit und Methode umrissen hat, will keine wissenschaftliche Absicherung des Verstehens bereitstellen. Sie geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen das Verstehen steht und von welchen Voraussetzungen es begrenzt wird. An den dazu gefundenen Antworten muss sich jede Hermeneutik messen lassen, auch diejenige, die im Gewand einer Methodenlehre der Rechtswissenschaften auftritt. Die vorliegende Arbeit überträgt die Erkenntnisse aus Wahrheit und Methode auf die Rechtswissenschaften und gleicht sie mit dem auf Savigny zurückgehenden Methodendenken ab. Wenn sich laut Gadamer an der juristischen Hermeneutik vorbildhaft zeigen lässt, wie das Verstehen immer geschieht, dann werden seine Erkenntnisse auch geeignet sein, ein falsches Selbstbild der Rechtswissenschaften zu korrigieren, das darin besteht, einem Wissenschaftsideal zu folgen, das die Voraussetzungen des Verstehens außer Acht lässt.
 
Inhalt
A. Das Problem der Geisteswissenschaften in der Philosophie

Die hermeneutische Grundfrage – Der Aufschwung der Hermeneutik in der Romantik

B. Der Verlust des Verstehens: Gadamers Schleiermacher-Interpretation

Der Verlust des Verstehens und die Entdeckung der Individualität – Subjektivität und Divination – Einverständnis und Missverständnis

C. Die Aporien des Historismus: Gadamers Dilthey-Interpretation

Diltheys »Kritik der historischen Vernunft« – Das Problem der historischen Vernunft. Die Überwindung Hegels und das Zurückgeworfensein auf Kant – Diltheys Weg zur Hermeneutik

D. Hermeneutische Philosophie: Die Grundlegungen durch Heidegger

Die Hermeneutik der Faktizität – Die Hermeneutik des Daseins

E. Verstehen und Zugehörigkeit: Gadamers philosophische Hermeneutik

Der hermeneutische Zirkel – Verstehen auf Zeit – Die Produktivität des Zeitenabstands – Die erkenntnistheoretische Rechtfertigung – Die Relativität des Relativismus – Applikation – Die hermeneutische Aktualität des Aristoteles

F. Die exemplarische Bedeutung der juristischen Hermeneutik

Der Zirkel der Rechtsfindung – Die hermeneutische Aktualität des Aristoteles und das Problem der Rechtsanwendung. Individualität und Eingebundenheit – Das Ziel der Auslegung – Subjektive und objektive Theorie des Auslegungsziels

G. Historisches Bewusstsein und Jurisprudenz: Savignys juristische Hermeneutik

Hermeneutik zwischen Schleiermacher und Savigny – Entstehen und Verstehen – Die Gemeinsamkeit im Gemeinsamen – Bewusstsein der Wirkungsgeschichte und wirkungsgeschichtliches Bewusstsein – Der Volksgeist als politisches Argument – Subjektive Theorie und historische Bedingtheit

Schlussbemerkungen, Literaturverzeichnis
 

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