Mimesis und Alterität
Eine eigenwillige Geschichte der Sinne
Taussig, Michael
2014, 350 S, Abb, Gb, (Fink)
Bestell-Nr. 373857

34,90 EUR

Wenn zwei Kulturen aufeinandertreffen, verändern sich beide. Sie imitieren einander, sie grenzen sich voneinander ab, sie suchen plötzlich nach einer Identität, die sie zuvor nicht in Frage gestellt haben. Mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen beginnt eine Geschichte der Wechselwirkungen zwischen Identität und Alterität. Geprägt von den Theorien Adornos, Benjamins und Horkheimers zeigt Taussig in seinem sozialanthropologischen Klassiker, dass die Geschichte der Nachahmung eng an die Erfahrungen der Kolonialisierung gebunden ist. Es ist vor allem das Konstrukt des »Wilden«, das die Kolonialmächte geprägt und benutzt haben. Vergessen wurde dabei oft, dass auch die Kolonisierten sich ein Bild der »Zivilisierten« machten, mit dem diese umgehen mussten. Taussigs Buch setzt ein mit den Erzählungen Charles Darwins über die Feuerlandbewohner, die ihn durch ihr mimetisches Talent in Erstaunen versetzten, schwenkt über zu den Cuna-Indianern in Nordkolumbien und ihren magischen Beschwörungen, in denen Abbilder weißer Seeleute benutzt wurden, um die eigene Identität aufrechtzuerhalten in einer Welt, die den Cuna-Indianern bereits fremd geworden war. Taussig beschließt seine Reflexionen mit der Veränderung der Wahrnehmung durch neue Technologien: Phonographen, Photoapparate und andere mimetische Maschinen duplizieren die Realität und transferieren damit das »Primitive« in die Moderne. In Mimesis und Alterität vertieft Taussig mit seiner typisch unorthodoxen Analyse und seiner energisch-spannenden Erzählweise das Verständnis des Lesers über die Verbindungen zwischen Ethnographie, Rassismus und Gesellschaft. Fremdwahrnehmung – Selbstwahrnehmung: und plötzlich ist alles anders.
 

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