Cusanus, Ficino, Patrici
Formen Platonischen Denkens in der Renaissance
Leinkauf, Thomas
2014, 307 S, Kt, (trafo)
Bestell-Nr. 374179

44,80 EUR

Nicolaus Cusanus (1401–1464), Marsilio Ficino (1433–1499) und Fran­cesco Patrizi (1529–1597) sind die herausragenden Repräsentanten plato­nischen Denkens in der Renaissance. Der ‚Platonismus‘, der hier zum Tragen gekommen ist, ist derjenige der neuplatonischen Denkschule, vor allem derjenige des Plotin, des Proklos und auch, bei Patrizi dann, derjenige des Damaskios. Der Platonismus, den wir hier finden, ist ein christlicher Platonismus: bei allen drei Autoren spielt die Lektüre und produktive Aneignung der Schriften des Dionysius Areopagita eine zentrale Rolle. Im Denkansatz des Cusanus ist noch die Brechung und Färbung des Platonismus durch mittelalterliche Autoren, etwa Anselm von Canterbury, die Schule von Chartres oder Ramón Llull deutlich zu spüren, ebenso wie die Tatsache, daß er vor allem auf lateinische Übersetzungen nur einiger Haupttexte zurückgreifen konnte. Marsilio Ficino wird dann eine über Jahrhunderte maßgebliche Übersetzung des Oeuvres Platons und des Plotin bereitstellen, die einen völlig neuen Zugriff ermöglichte. Patrizi wird der im Wesentlichen auf Plotin und Proklos konzentrierten Diskussion bei Cusanus und Ficino einen singulären Rückgriff auf die komplexe Metaphysik des Damaskios hinzufügen. Alle drei jedoch artikulieren dasjenige, was für sie aus der Erbmasse dieses Denkens jeweils bedeutend wurde, in einem individuellen Zugriff auf zeitgenössische philosophische Problemstellungen und unter dem Eindruck der Lektüre wichtiger scholastischer Autoren sowie der Text der sogenannten ‚hermetischen‘ Tradition. In diesem Buch werden ausgewählte Beispiele solcher Problemstellungen und ihrer Diskussion durch diese Denker vorgestellt, etwa zu den ontologisch-metaphysischen Fragen nach dem Status des Individuellen (singularitas, individuum, contractio), nach dem Begriff der „Möglichkeit“ (posse, possibilitas) oder nach dem Sein und der Natur des Geistes (mens, intellectus). Daneben treten Fragen, die die Seele und ihre Explikationsformen betreffen, etwa die Fragen nach der Natur der Liebe, nach dem, was ein „Bild“ ist und nach der Poetik. In diesen Diskussionen verbindet sich die platonische Denkform mit genuin humanistischen Fragestellungen.
 

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