Die Philosophie der kleinsten Prätentiösität
Simoniti, Jure
2014, 254 S, Kt, (Turia+Kant)
Bestell-Nr. 374389

28,00 EUR

Heute wird die Diagnose gestellt, dass die moderne Philosophie nicht mehr fähig ist, aus den totalisierenden Selbstbewusstseins- und Sprachhorizonten herauszutreten. Die Abhandlung verfolgt jedoch die verstohlenen Wege, auf denen diese Operationen der Totalisierung des Objektfeldes, die einen möglichen Realismus unterbinden, hinter ihrem Rücken eine unbewusste Operation der Entlassung ausführen, die mit einer Äußerlichkeit in Kontakt kommt, deren Sinn bloß realistisch ist, die also nicht mehr vom Selbstbewusstsein vorausgesetzt, sprachlich konstituiert oder metaphorisch verschoben werden kann. So detektiert der Autor eine Reihe von verschleierten »Entlassungsobjekten« der Westlichen Philosophie. Die Palette dieses »Realen« reicht von Kants bestirntem Himmel über Fichtes wüste Insel, Hegels Alpengletscher, die australischen Koralleninseln bei Marx, die Insel Delos bei Heidegger, die Mondlandschaften bei Lévi-Strauss bis hin zu Lacans menschenleerem Café de Flore. Die Funktion dieser mysteriösen Objekte ist, als ein nichtmetaphorisches, durchweg reales Sein da zu stehen, das jedoch keinen »Wahrheitswert« besetzt, sondern in seinem Realismus den Abstand zur Wahrheit wahrt. Man erforscht eine Wahrheitsform jenseits von Adäquations- und Totalisierungsmatrizen; eine Form des Gleichgewichts zwischen dem neuen Wahrheitswert, dem Ereignis und der Kreation der Wahrheit einerseits und der Entlassung des realistischen Seins in ihre Äußerlichkeit anderseits. Diese Wahrheitsform lässt sich anhand verschiedenen Sprachformen analysieren, wie etwa Hegels unendlichen Urteilen, Nietzsches Aphorismen oder auch den Aussprüchen der Vorsokratiker.
 

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