Offenheit
Meyer, Uwe
2014, 130 S, Kt, (Mentis)
Bestell-Nr. 374613

19,80 EUR

Lässt sich menschlicher Geist, lassen sich unsere Überzeugungen, Gedankengänge, Wünsche und Absichten mit rein naturwissenschaftlich orientierten Methoden erschöpfend erfassen, wie eine Version des Naturalismus behauptet? Hier wird ein Argument gegen diese Auffassung entwickelt. Geist ist auf vielfältige Weise mit Rationalität verbunden, und was als rational gilt, ist nicht ein für alle Mal gegeben, sondern muss immer neu verhandelt werden. Dabei kommt eine Besonderheit des menschlichen Geistes zum Tragen: die Fähigkeit, bewusst über die eigenen Begriffe nachzudenken. Wir können Begriffe vernünftig an gegebene Umstände anpassen und weiterentwickeln – etwa in unserer alltäglichen Lebenswelt, in der Logik oder in der Naturwissenschaft. Ein Mittel dafür sind metasprachliche Diskurse, in denen zur Debatte steht, was wir mit bestimmten Wörtern sinnvollerweise meinen sollten. Semantische Konzepte wie das der Bedeutung sind Werkzeuge in solchen Klärungs- und Präzisierungsdiskursen. Die Entwicklung der Begriffe und damit auch die unseres rationalen, vernünftigen Weltverhältnisses sind in einem substantiellen Sinne offen: Wir sind aktiv an ihnen beteiligt und können nicht vorausberechnen, wie sie verlaufen werden. Das spricht gegen die Möglichkeit vollständig empirischer Theorien über unseren Geist und so auch gegen den Naturalismus. Es zeigt sich, dass diese philosophischen Befunde zur Struktur tatsächlicher psychologischer Forschung passen.
 

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