Ein Brevier über die Unendlichkeit
Blessin, Stefan
2015, 96 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 375034

18,00 EUR

Solange wir denken können, beschert uns die Unendlichkeit Probleme. Ist die Welt endlich oder unendlich? Gerade weil sie unentscheidbar ist, treibt uns die Frage in die Arme jener Logik, die sich mit dem Siegeszug der abendländischen Wissenschaft und Technik über den Erdball verbreitet hat. Für die von Aristoteles formalisierte Logik werden zwei Quellen genannt: die deduktive Mathematik der Griechen und die zwischen Subjekt und Prädikat ausgespannte Zirkelhaftigkeit der indogermanischen Sprachen. Wie sich im Bild alle Einzelheiten auf einen Blick zeigen, rechnet die Mathematik mit aktualen Unendlichkeiten, die sie „als gegeben“ voraussetzt. Dagegen scheint von Seiten der Sprache die Unendlichkeit unerreichbar. Auf jede Zahl folgt eine noch größere, was die Unendlichkeit immer nur negativ ausweist.
Die sich empirisch ausrichtenden Wissenschaften werden der negativen Unendlichkeit den Vorzug geben. Das aktual Unendliche gerät dagegen in den Rücken der Sprache. Das aktual Unendliche wird zu einer ganzheitlichen Erfahrung mit erst mystischen, dann ästhetischen Zügen und mündet jeweils in die Welt ein, die so einnehmend ist, dass sie eine leibhaftige Präsenz gewinnt. Das neuzeitliche Instrument der Perspektive bildet den Schlüssel, um solche zeitweiligen Verabsolutierungen wieder aufzulösen. Die Perspektive ist es auch, die uns das ganzheitliche Verständnis der Quantenmechanik aufschließt. Sie bringt die Logik und die sie leitende Bildlichkeit – Welle oder Teilchen – auf den Prüfstand.
 

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