Was ist Subjektivität?
Sartre, Jean-Paul
2015, 200 S, Kt, (Turia+Kant)
Bestell-Nr. 375209

22,00 EUR

Die Entdeckung dieses Vortrages zeigt ein Dokument aus einer Zeit, in der Sartre nach seiner Abwendung vom Stalinismus versucht, Kommunismus und Existenzialismus in Einklang zu bringen. Als er im Dezember 1961 am Gramsci-Institut in Rom vor kommunistischen und der PCI nahestehenden italienischen Intellektuellen den Vortrag »Marxismus und Subjektivität« hielt, hatte er eben die Kritik der dialektischen Vernunft veröffentlicht und bereits die Arbeit an seinem Werk Gustave Flaubert, Der Idiot der Familie, begonnen. In seinem Vortrag wendet er sich einerseits gegen einen »Subjektivismus«, der das Subjekt mit seinem Bewusstsein von sich selbst gleichsetzt, und andererseits gegen den »Objektivisimus« bzw. einen dialektischen Materialismus, der in der Subjektivität nur den Ausdruck einer Klassenposition sehen kann. Jenseits des historischen Interesses an der intellektuellen Diskussion Anfang der 1960er Jahre, an der Abgrenzung Sartres gegenüber marxistischen Größen wie Georg Lukàcs, bleibt die Frage danach bestehen, was es bedeutet, »man selbst« zu sein, die Frage nach (Selbst-)Erkenntnis, nach der Rolle von Wissen und Nicht-Wissen in der Subjektivierung.
 

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