Gesammelte Werke
Hamburger Ausgabe
Cassirer, Ernst
2009, 26 Bde 11264 S, Gb, (Meiner)
Bestell-Nr. 375277

2.150,00 EUR

In Deutschland, Frankreich, Italien und den Vereinigten Staaten wird das umfangreiche Werk Ernst Cassirers heute als eine der großen und zukunftsweisenden denkerischen Leistungen des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Die Hamburger Ausgabe seiner Werke führt erstmalig alle von Cassirer veröffentlichten oder für eine Veröffentlichung vorbereiteten Texte und Schriften, d.h. 20 Monographien und gesondert publizierte Aufsatzbände, rund 100 Aufsätze, Artikel, Reden, Vorträge und Rezensionen, in chronologischer Folge, jedoch stets nach Maßgabe der jeweils letzten vom Autor autorisierten Auflage zusammen und erfüllt damit das Desiderat einer Ausgabe letzter Hand. Alle Texte werden in Orthographie und Interpunktion nach den Regeln wiedergegeben bzw. korrigiert, die Cassirer selbst bei Zweit¬auflagen nach der Duden-Reform von 1901 befolgte. Zitate und Literaturangaben werden durchgängig überprüft und gegebenenfalls berichtigt, von Cassirer in deutscher Übersetzung angeführte Zitate in der Originalsprache hinzugefügt.

Jeder Band enthält ein Schriften- und Personenverzeichnis. Nach Fertigstellung aller 25 Bände der Ausgabe Ende 2007 ist im Jahr 2008 ein gesonderter Registerband erschienen, der auch einen Sachindex enthält. Als Hilfsmittel zur Texterschließung wird das gesamte Werk außerdem auf CD-ROM bereitgestellt.

Hg. von Birgit Recki. Bearbeitet von Ralf Becker, Tobias Berben, Julia Clemens, Maureen Lukay, Friederike Plaga, Claus Rosenkranz, Reinold Schmücker, Marcel Simon und Dagmar Vogel.
 
Band 1 Leibniz' System in seinen wissenschaftlichen Grundlagen
1998 540 S

Leibniz' System in seinen wissenschaftlichen Grundlagen versucht, die Gesamtheit der Leibnizschen Philosophie aus ihren Grundbedingungen zu verstehen und abzuleiten. Dabei tritt das mathematische Motiv der Systembildung an die erste Stelle. Im Vergleich mit der Methodenlehre Platons und Descartes' wird zugleich Leibniz' Stellung in der Gesamtentwicklung des Idealismus charakterisiert.

Inhalt: Descartes' Kritik der mathematischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnis, Die Grundbegriffe der Mathematik, Die Grundbegriffe der Mechanik, Die Metaphysik, Die Entstehung des Leibnizischen Systems.

Band 2 Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit. Erster Band
1999 563 S

Ernst Cassirer vierbändiges Werk "Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit", dessen erster Band zuerst 1906 und dessen vierter Band zuerst 1950 in englischer Übersetzung erschien, ist das klassische, heute noch immer nicht übertroffene Werk einer problemorientierten Philosophiegeschichtsschreibung. Es verbindet die geschichtliche Betrachtung mit dem Ziel der systematischen Gliederung der Grunderkenntnisse. Der erste Band umfaßt den Zeitraum von Cusanus bis Bayle; er behandelt die Renaissance des Erkenntnisproblems, die Entdeckung des Naturbegriffs und die Grundlegung des Idealismus.

Inhalt: Die Renaissance des Erkenntnisproblems, Die Entdeckung des Naturbegriffs, Die Grundlegung des Idealismus.

Band 3 Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit. Zweiter Band
1999 667 S

Das Problem des Wechselverhältnisses zwischen Sein und Denken neu zu formulieren, ist für Cassirer die charakteristische Leistung jeder Epoche. Das erklärte Ziel des "Erkenntnisproblems in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit" ist es, die Entstehung des Grundproblems der neueren Philosophie, eben des Erkenntnisproblems, zu beleuchten und durchsichtig zu machen. Der zweite Band beginnt bei den Anfängen des Empirismus und führt seinen Gang mit der Entwicklung des Idealismus von Leibniz an und dem Fortgang der Naturwissenschaft seit Newton weiter. Beide Ströme vereinigen sich in der kritischen Philosophie Kants, in dessen System die analytische Aufgabe ihren Abschluß findet. "Hier erst", führt Cassirer aus, "wird der letzte endgültige Schritt getan, indem das Erkennen völlig auf sich selbst gestellt und nichts mehr, im Gebiete des Seins wie des Bewußtseins, seiner eigenen Gesetzlichkeit vorangesetzt wird".

Inhalt: Die Anfänge des Empirismus, Fortbildung und Vollendung des Rationalismus, Das Erkenntnisproblem im System des Empirismus, Von Newton zu Kant, Die kritische Philosophie.

Band 4 Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit. Dritter Band
2000 482 S

Angeregt durch die Beschäftigung mit den Problemen der modernen Erkenntniskritik erweitert Ernst Cassirer in Band 3 die Darstellung des Erkenntnisproblems in der Philosophie und Wissenschaft der neuen Zeit über den Kreis des Kantischen Systems hinaus. Obwohl die Lösungen der nachkantischen Systeme überholt zu sein scheinen, sind die Probleme, die sie zu lösen versuchten, keineswegs erledigt. Auch in diesem Band verfolgt Cassirer zugleich ein historisches und systematisches Ziel und gruppiert die Ansätze der nachkantischen Spekulation um das Grundproblem der Methode. Es geht ihm um eine immanente Kritik der Grundfragen der verschiedenen Ansätze, denn, so Cassirer: "Bewundert viel und viel gescholten, sind die nachkantischen Systeme doch selten aus ihren eigenen gedanklichen Motiven heraus erklärt und gewürdigt worden. Eine solche Erklärung soll hier versucht werden, bevor die sachliche Kritik, die nicht zurückgehalten werden sollte, einsetzte. Fast alle großen nachkantischen Systeme teilen das geschichtliche Schicksal, daß einer unkritischen Begeisterung für sie eine ebenso unkritische Verwerfung gefolgt ist." Zur Darstellung kommen die Lehren von Jacobi, Reinhold, Aenesidemus, Beck, Maimon, Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Schopenhauer und Fries.

Inhalt: Der "Gegenstand der Erfahrung" und das "Ding an sich", Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Schopenhauer, Fries.

Band 5 Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit. Vierter Band
2000 493 S

Kennzeichen der Epoche von Hegels Tod bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts ist die Nüchternheit, die an die Stelle des 'metaphysischen Rausches', der die nachkantische Philosophie bestimmte, getreten ist. Zwar scheint die eigentliche Entdeckung des Erkenntnisproblems erst in diesem Zeitraum erfolgt zu sein, doch ist es nicht mehr die Philosophie, die die Führung auf diesem Gebiet innehat, sondern es sind die Spezialwissenschaften, die versuchen, es für sich selbst zu formulieren und ihm eine Fassung zu geben, die den eigenen besonderen Interessen und Aufgaben entspricht. Jede Wissenschaft für sich versucht, der Philosophie den Rang der Universalität abzulaufen und nicht nur ihr Spezialgebiet zu vertreten, sondern für das Ganze der Wissenschaft zu sprechen. Die Rolle der Philosophie und ihr Verhältnis zu den Einzelwissenschaften wandelt sich grundlegend.

Inhalt: Die exakte Wissenschaft, Das Erkenntnisideal der Biologie und seine Wandlung, Grundformen und Grundrichtungen des historischen Erkennens.

Band 6 Substanzbegriff und Funktionsbegriff
2000 395 S

Aus der Beschäftigung mit der Philosophie der Mathematik erwächst für Cassirer die Notwendigkeit einer grundlegenden Revision der Lehre von den Begriffen, denn die herkömmliche, an metaphysischen Denkschemata orientierte Logik ist nicht mehr in der Lage, die Probleme, mit denen sich Mathematik und exakte Wissenschaften beschäftigen auch nur zu bezeichnen. Cassirer ist einer der ersten, der erkannt hat, daß der aus der Mathematik stammende Begriff der Funktion dazu bestimmt ist, Logik und Erkenntnistheorie eingreifend zu verändern. Im Übergang von Dingbegriffen zu Relationsbegriffen, vom 'Substanzbegriff' zum 'Funktionsbegriff' sieht er die entscheidende Metamorphose des naturwissenschaftlichen Weltbildes.

Inhalt: Dingbegriff und Relationsbegriff, Das System der Relationsbegriffe und das Problem der Wirklichkeit.

Band 7 Freiheit und Form
2001 430 S

In Freiheit und Form von 1916 unternimmt Cassirer den Versuch, den Aufbau der deutschen Geistesgeschichte und das Verhältnis ihrer einzelnen bestimmenden Momente anhand der großen repräsentativen Entwicklungslinien zu erhellen und durchsichtig zu machen. Zur Darstellung kommen dabei Religions- und Philosophiegeschichte sowie die Geschichte der deutschen Dichtung und des Staatsgedankens.

Inhalt: 1. Kapitel. Leibniz; 2. Kapitel. Die Entdeckung der ästhetischen Formwelt; 3. Kapitel. Die Freiheitsidee im System des kritischen Idealismus; 4. Kapitel. Goethe; 5. Kapitel. Schiller. Freiheitsproblem und Formproblem in der klassischen Ästhetik. 6. Kapitel. Freiheitsidee und Staatsidee.

Band 8 Kants Leben und Lehre
2001 428 S

Kants Leben und Lehre wendet sich nicht an solche Leser, "die mit Kant und seiner Lehre schon in irgendeinem Sinne 'fertig' zu sein glauben, sondern sie rechnet auf Leser, die noch mitten im Studium von Kants Werken stehen". Die Studie bietet einen Grundriß des Kantischen Systems und zeichnet die Hauptlinien des Gedankenbaus nach. Die Schilderung von Kants Leben verliert sich nicht in den bekannten kuriosen Details, sondern macht die 'Lebensform' einer Denkerpersönlichkeit aus einem Guß sichtbar, in dem sich Leben und Lehre wechselseitig bestimmen. Cassirers Schrift über Kants Leben und Lehre war konzipiert als Ergänzungsband zu seiner 1912-23 erschienenen zehnbändigen Ausgabe der Werke Kants, stellt aber eine eigenständige Monographie in systematischer Absicht dar.

Inhalt: Jugend- und Lehrjahre, Die Magisterjahre und die Anfänge der Kantischen Lehre, Der Aufbau und die Grundprobleme der Kritik der reinen Vernunft, Erste Wirkungen der kritischen Philosophie, Der Aufbau der kritischen Ethik, Die Kritik der Urteilskraft, Letzte Schriften und Kämpfe.

Band 9 Aufsätze und kleine Schriften 1902-1921
2001 656 S

Dieser Band enthält die kleineren Abhandlungen und Aufsätze Cassirers aus den Jahren 1902–1922, darunter u.a. seine Beiträge zu Lehre und Bedeutung seines Lehrers Hermann Cohen, seine erste Auseinandersetzung mit den Problemen der Einsteinschen Relativitätstheorie sowie die von Cassirer selbst 1921 unter dem Titel "Idee und Gestalt. Goethe. Schiller. Hölderlin. Kleist" in einem eigenen Band zusammengeführten fünf Studien zum Verhältnis der Verbindungen und Vermittlungen zwischen der Welt der philosophischen Ideen und den großen poetischen Werken in der Zeit des kantischen und nachkantischen deutschen Idealismus.

Inhalt: Der kritische Idealismus und die Philosophie des gesunden Menschenverstandes (1906) · Kant und die moderne Mathematik (1907) · Zur Frage der Methode der Erkenntniskritik (1907) · Leibniz (1911) · Aristoteles und Kant (1912) · Hermann Cohen und die Erneuerung der Kantischen Philosophie (1912) · Das Problem des Unendlichen und Renouviers »Gesetz der Zahl« (1912) · Erkenntnistheorie nebst den Grenzfragen der Logik (1913) · Die Grundprobleme der Kantischen Methodik und ihr Verhältnis zur nachkantischen Spekulation (1914) · Hölderlin und der deutsche Idealismus (1917) · Zur Lehre Hermann Cohens (1918) · Goethes Pandora (1918) · Heinrich von Kleist und die Kantische Philosophie (1919) · Hermann Cohen (1920) · Philosophische Probleme der Relativitätstheorie (1921) · Goethe und die mathematische Physik (1921) · Die Methodik des Idealismus in Schillers philosophischen Schriften (1921) · Idee und Gestalt. Fünf Aufsätze (1921).

Band 10 Zur Einsteinschen Relativitätstheorie. Erkenntnistheoretische Betrachtungen
2001 143 S

Unter den Philosophen war Cassirer einer der ersten, der die philosophischen Probleme erkannte und aufgenommen hat, die durch Fortschritte der modernen Physik aufgeworfen wurden. In seinem Vorwort zu der in diesem Band enthaltenen Schrift "Zur Einsteinschen Relativtätstheorie" erklärt er es zum Ziel seiner Studie, in den aus dieser Theorie folgenden erkenntnistheoretischen Fragen, über welche das Urteil der Philosophen und der Physiker damals noch weit auseinandergingen, eine wechselseitige Verständigung zwischen beiden anzubahnen.

Inhalt: Maßbegriffe und Dingbegriffe, Die empirischen und begrifflichen Grundlagen der Relativitätstheorie, Der philosophische Wahrheitsbegriff und die Relativitätstheorie, Materie – Äther – Raum, Der Raum- und Zeitbegriff des kritischen Idealismus und die Relativitätstheorie, Euklidische und Nicht-Euklidische Geometrie, Die Relativitätstheorie und das Problem der Realität.

Band 11 Philosophie der symbolischen Formen, Erster Teil. Die Sprache
2001 330 S

Die dreibändige "Philosophie der symbolischen Formen" ist das herausragende Werk, in dem Cassirer die Transformation der traditionellen Transzendentalphilosophie zur Kulturphilosophie vollzog. An die Stelle des rein rationalen Erkennens, dem in der Philosophie der Neuzeit immer ein Primat zukam, tritt die Pluralität von symbolischen Formen, in denen sich jeweils eine spezifische Spontaneität des menschlichen Geistes bekundet. Im ersten Band der PsF untersucht Cassirer die Sprache als symbolische Form, die er in einer Theorie des kulturellen Sinnverstehens systematisch begründet.

Inhalt: Das Sprachproblem in der Geschichte der Philosophie, Die Sprache in der Phase des sinnlichen Ausdrucks, Die Sprache in der Phase des anschaulichen Ausdrucks, Die Sprache als Ausdruck des begrifflichen Denkens - Die Form der sprachlichen Begriffs- und Klassenbildung, Die Sprache als Ausdruck der logischen Beziehungsformen - Die Relationsbegriffe.


Band 12 Philosophie der symbolischen Formen. Zweiter Teil. Das mythische Denken
2002 339 S

Der zweite Teil der "Philosophie der symbolischen Formen" beschäftigt sich mit der philosophischen Analyse der Form des Mythos vom Standpunkt des Systems der geistigen Ausdrucksformen aus. Die Strukturbetrachtung zielt auf eine Bestimmung sowohl des eigentümlichen Sinnes als auch der Grenze dieser Form. Im Gegensatz zu dem verbreiteten Vorurteil der objektiven Nichtigkeit und somit Irrelevanz für die Philosophie kommt dem Mythos nach Cassirer eine besondere Bedeutung zu, wenn man sich die "Genesis der Grundformen der geistigen Kultur" vor Augen führt.

Inhalt: Einleitung: Das Problem einer "Philosophie der Mythologie". 1. Der Mythos als Denkform 2. Der Mythos als Anschauungsform. Aufbau und Gliederung der räumlich-zeitlichen Welt im mythischen Bewußtsein. 3. Der Mythos als Lebensform. Entdeckung und Bestimmung der subjektiven Wirklichkeit im mythischen Bewußtsein. 4. Die Dialektik des mythischen Bewußtseins.

Band 13 Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil. Phänomenologie der Erkenntnis
2002 598 S

Im dritten, abschließenden Band der "Philosophie der symbolischen Formen" (1929) erweitert Cassirer den Begriff der Erkenntnis, der mit dem Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit die erste Phase seines Denkens bestimmt hat. Während dort die "exakte" Wissenschaft im Zentrum des Interesses stand, schreitet die Philosophie der symbolischen Formen zu einer Erweiterung des Begriffs der "Theorie" selbst fort und weist theoretische Formmomente auch außerhalb der wissenschaftlichen Begriffsbildungen im Weltbild der Wahrnehmung und Anschauung nach. Dazu greift Cassirer auf Phänomenologie, Psychologie und Pathologie der Wahrnehmung zurück.

Inhalt: Ausdrucksfunktion und Ausdruckswelt, Das Problem der Repräsentation und der Aufbau der anschaulichen Welt, Die Bedeutungsfunktion und der Aufbau der wissenschaftlichen Erkenntnis.

Band 14 Individuum und Kosmos in der Philosophie der Renaissance. Die platonische Renaissance in England und die Schule von Cambridge
2002 414 S

"Individuum und Kosmos in der Philosophie der Renaissance" (1927) schreibt ein Stück philosophischer Problemgeschichte und geht der Frage nach, "ob und inwiefern die Gedankenbewegung des 15. und 16. Jahrhunderts bei aller Mannigfaltigkeit der Problemansätze und bei aller Divergenzen der Lösungen eine in sich geschlossene Einheit bildet". Provoziert durch Burckhardts Renaissancestudie, die die Philosophie der Zeit unberücksichtigt läßt, versucht Cassirer nachzuweisen, daß auch die Renaissancephilosophie Teil einer "geistigen Gesamtbewegung" ist und eigene systematische Mittelpunkte besitzt. In "Die Platonische Renaissance in England und die Schule von Cambridge" (1932) versucht Cassirer, den sich dem Mainstream des englischen Denkens des 17. Jahrhunderts scharf widersetzenden "Denktypus" und die "einheitliche Gesamtanschauung" des Cambridger Kreises hervortreten zu lassen. Abermals ist ihm an der Eingliederung einer Denkströmung in die philosophische Gesamtbewegung gelegen.

Inhalt: Nikolaus Cusanus, Cusanus und Italien, Freiheit und Notwendigkeit in der Philosophie der Renaissance, Das Subjekts-Objekt-Problem in der Philosophie der Renaissance; Die Platonische Akademie in Florenz und ihre Wirkung auf den englischen Humanismus, Die Idee der Religion in der Schule von Cambridge, Die Stellung der Schule in der englischen Geistesgeschichte, Die Bedeutung der Schule für die allgemeine Religionsgeschichte, Die Naturphilosophie der Schule, Ausgang und Fortwirkung der Schule – Shaftsbury.

Band 15 Die Philosophie der Aufklärung
2003 412 S

Ernst Cassirers Darstellung der Philosophie der Aufklärung, die er ursprünglich 'Ideengeschichte der Aufklärungszeit' nennen wollte, zählt zu den herausragenden Standardwerken zur Bestimmung der Leitgedanken der Epoche. Er verfaßte diese 1932 erschienene Monographie für die von Fritz Medicus u. a. herausgegebene Reihe "Grundriß der philosophischen Wissenschaften", wollte aber mehr und anderes leisten als eine rein historisch ausgerichtete Epochendarstellung: "Die eigentliche 'Philosophie' der Aufklärung ist und bleibt etwas anderes als der Inbegriff dessen, was ihre führenden Denker, was Voltaire und Montesquieu, was Hume oder Condillac, was d'Alembert oder Diderot, Wolff oder Lambert gedacht und gelehrt haben. Sie ist in der Summe dieser Lehrmeinungen und in ihrer bloßen zeitlichen Abfolge nicht sichtbar zu machen, denn sie besteht überhaupt weniger in bestimmten einzelnen Sätzen als in der Form und Art der gedanklichen Auseinandersetzung selbst."
Entsprechend sah Cassirer das auszeichnende Merkmal seiner historischen Rekonstruktion der Epoche darin, nicht die Geschichte der einzelnen Denker und ihrer Lehren, sondern eine Geschichte der Ideen der Aufklärungszeit zu schreiben und diese Ideen nicht nur in ihrer abstrakt-theoretischen Fassung, sondern in ihrer unmittelbaren Wirksamkeit, ihren "gestaltenden Kräften" aufzuzeigen: Aufklärung über den "Sinn" der Aufklärung zu geben.

Inhalt: Die Denkform des Zeitalters der Aufklärung · Natur und Naturerkenntnis im Denken der Aufklärungsphilosophie · Psychologie und Erkenntnislehre · Die Idee der Religion · Die Eroberung der geschichtlichen Welt · Recht, Staat und Gesellschaft · Die Grundprobleme der Ästhetik.

Band 16 Aufsätze und kleine Schriften (1922–1926)
2003 520 S

Inhalt: Die Begriffsform im mythischen Denken (1922) · Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften (1923) · Die Kantischen Elemente in Wilhelm von Humboldts Sprachphilosophie (1923) · Eidos und Eidolon. Das Problem des Schönen und der Kunst in Platons Dialogen (1924) · Zur Philosophie der Mythologie" (1924) · Paul Natorp. 24. Januar 1854 – 17. August 1924 (1925) · Sprache und Mythos. Ein Beitrag zum Problem der Götternamen (1925) · Die Philosophie der Griechen von den Anfängen bis Platon (1925) · Kleine Schriften: Kant und Goethe (1924) · Vorwort zur Festschrift für Paul Natorp (1924) · Von Hermann Cohens geistigem Erbe (1926).

Band 17 Aufsätze und kleine Schriften (1927-1931)
2004 469 S

Inhalt: Die Bedeutung des Sprachproblems für die Entstehung der neueren Philosophie (1927) · Erkenntnistheorie nebst den Grenzfragen der Logik und Denkpsychologie (1927) · Zur Theorie des Begriffs. Bemerkungen zu dem Aufsatz von Georg Heymans (1928) · Die Idee der Religion bei Lessing und Mendelssohn (1929) · Die Philosophie Moses Mendelssohns (1929) · Form und Technik (1930) · »Geist« und »Leben« in der Philosophie der Gegenwart (1930) · Deutschland und Westeuropa im Spiegel der Geistesgeschichte (1931) · Kant und das Problem der Metaphysik. Bemerkungen zu Martin Heideggers Kant-Interpretation (1931) · Vorträge und kleine Schriften: Das Symbolproblem und seine Stellung im System der Philosophie (1927) · Beiträge zu: Hermann Cohen, Schriften zur Philosophie und Zeitgeschichte (1928) · Die Idee der republikanischen Verfassung (1929) · Beiträge für die Encyclopedia Britannica (1929) · Formen und Formwandlungen des philosophischen Wahrheitsbegriffs (1929) · Leibniz und Jungius (1929) · Nachruf auf Aby Warburg (1929) · Bericht über das Geschäftsjahr 1929/30, erstattet von dem Prorektor Prof. Dr. Ernst Cassirer (1930) · Keplers Stellung in der europäischen Geistesgeschichte (1928/29) · Kants Stellung in der deutschen Geistesgeschichte (1929) · Enlightenment (1930) · Mythischer, ästhetischer und theoretischer Raum (1931).

Band 18 Aufsätze und kleine Schriften (1932-1935)
2004 490 S

Inhalt:
Aufsätze und Abhandlungen
Das Problem Jean-Jacques Rousseau · Die Antike und die Entstehung der exakten Wissenschaft · Die Sprache und der Aufbau der Gegenstandswelt · Goethes Idee der Bildung und Erziehung · Psychologie und Philosophie · Shaftesbury und die Renaissance des Platonismus in England · Spinozas Stellung in der allgemeinen Geistesgeschichte · Vom Wesen und Werden des Naturrechts · Henri Bergsons Ethik und Religionsphilosophie · Hermann Cohens Philosophie der Religion und ihr Verhältnis zum Judentum · Le langage et la construction du monde des objets · L'unité dans l'œuvre de J.-J. Rousseau · Schiller und Shaftesbury

Goethe und die geschichtliche Welt. drei Aufsätze
Goethe und die geschichtliche Welt · Goethe und das 18. Jahrhundert · Goethe und Platon

Rezensionen und kleine Schriften
Der Naturforscher Goethe · Kant · Lieber Bruno · Leibniz · Bernhard Groethuysen, Philosophische Anthropologie · John Henry Muirhead, The Platonic Tradition in Anglo-Saxon Philosophy

Band 19 Determinismus und Indeterminismus in der modernen Physik. Historische und systematische Studien zum Kausalproblem
2004 296 S

Die erste systematische Schrift, die Ernst Cassirer veröffentlicht hat, ist das Buch "Substanzbegriff und Funktionsbegriff" von 1910, in dem er sich mit dem Problem der mathematischen und naturwissenschaftlichen Begriffsbildung auseinandersetzt. Als "Faktum" legte er den damaligen Stand der Wissenschaft zugrunde, der das klassische System der Physik noch als unbestritten galt.
Mit den Fortschritten der Wissenschaften, in diesem Fall der Entwicklung der theoretischen Physik, muß die Erkenntniskritik Schritt halten. Und so drängten sich im Laufe der Zeit neue Fragen auf, die der philosophischen Behandlung bedurften. Aus dieser Motivation heraus veröffentlichte Cassirer 1920 die Schrift "Zur Einsteinschen Relativitätstheorie" (ECW Bd. 10), in der er sich mit der Um- und Neubildung der modernen Physik durch die allgemeine und spezielle Relativitätstheorie beschäftigt.
Um dem philosophischen Ideal der methodischen Analyse und erkenntniskritischen Grundlegung gerecht zu werden, ergab sich jedoch die Notwendigkeit, auch die Auswirkungen der Quantentheorie in die Reflexion mit einzubeziehen. Den historischen Ursachen und systematischen Gründen der Sprengkraft, die die Quantentheorie auf dem ganzen Gebiet der Physik entwickelte, geht Cassirer in der Schrift "Determinismus und Indeterminismus in der modernen Physik" nach, die er 1936 abschließt.

Band 20 Descartes. Lehre - Persönlichkeit – Wirkung
2005 228 S

Ernst Cassirers Aufsätze über die Verbindung von Leben und Lehre im Wirken Descartes' entstanden 1936-1938 im schwedischen Exil und zählen zu den wichtigsten Texten seiner Göteborger Jahre.
Sein ganzes akademisches Leben lang beschäftigte Cassirer sich mit Descartes. Jahrzehnte philosophischer Arbeit führten zu einer steten Weiterentwicklung seiner Descartes-Interpretation: Mehr als 30 Jahre nach seiner Promotion über Descartes, mit Kenntnis der gesamten, auch neueren, zeitgenössischen Literatur, interpretiert Cassirer den großen Philosophen in einem eigentlichen geschichtlichen Verständnis aus seinem System und seiner Zeit heraus und wählt die Perspektive der ideengeschichtlichen Sicht, eingebettet in einen größeren und vor allem historisch 'zugänglichen' Rahmen. In den fünf Aufsätzen des Bandes verdeutlicht Cassirer den systematischen Rang und die historische Stellung der Cartesischen Philosophie, ihre prospektive Leistung sowie ihre zeitbedingten Grenzen. Darüber hinaus verortet er Descartes unter besonderer Betonung seiner praktischen Vernunft, der Ethik, in seinem Jahrhundert.

Band 21 Axel Hägerström. Eine Studie zur schwedischen Philosophie der Gegenwart. Thorilds Stellung in der Geistesgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts
2005 265 S

Die beiden Schriften zu Axel Hägerström und Thomas Thorild hat Cassirer im schwedischen Exil verfaßt. In seinem Versuch, Axel Hägerström (1868-1939), den Hauptvertreter der "Uppsala-Schule", in der modernen Philosophie zu verorten, ergreift Cassirer die Gelegenheit, die Grundgedanken seiner "Philosophie der symbolischen Formen" schärfer zu fassen und auf neue Gebiete anzuwenden. Er profiliert sein Verständnis von Metaphysik und legt die eigene Position zum Problem des Realitätsbegriffs kurz und prägnant dar. Insbesondere für Cassirers Betrachtung ethischer und rechtphilosophischer Probleme ist die Auseinandersetzung mit Hägerström von Bedeutung.

Band 22 Aufsätze und kleine Schriften (1936-1940)
2006 387 S

Aufsätze und Abhandlungen:
Inhalt und Umfang des Begriffs. Bemerkungen zu Konrad Marc-Wogau: Inhalt und Umfang des Begriffs Wahrheitsbegriff und Wahrheitsproblem bei Galilei Über Bedeutung und Abfassungszeit von Descartes' "Recherche de la verité par la lumière naturelle". Eine kritische Betrachtung Zur Logik des Symbolbegriffs Naturalistische und humanistische Begründung der Kulturphilosophie Was ist "Subjektivismus"? Die Philosophie im XVII. und XVIII. Jahrhundert Mathematische Mystik und mathematische Naturwissenschaft. Betrachtungen zur Entstehungsgeschichte der exakten Wissenschaft

Rezensionen und kleine Schriften:
Cornelius Benjamin, An Introduction to the Philosophy of Science Friedrich Dannenberg, Das Erbe Platons in England bis zur Bildung Lylys. Stufen einer Spiegelung Œuvres complètes de Male¬branche Tal till studenterna Neuere Kantliteratur

Band 23 An Essay on Man
2006 275 S

Der "Essay on Man" gilt als das Schlüsselwerk zur Einführung in die Kulturphilosophie Cassirers.
Angeregt von Freunden und Kollegen, legte Ernst Cassirer 1944 im amerikanischen Exil mit dem Essay on Man eine komprimierte und zugleich überarbeitete Fassung seiner Kulturphilosophie vor, in der er die dreibändige Philosophie der symbolischen Formen in ihren Hauptgedanken fortführt. Dabei wird der wohl wichtigste Bestandteil der Cassirerschen Kulturphilosophie, die Idee der Humanität, thematisiert und zusammenfassend begründet. Mit Bezugnahme auf das komplexe und vielschichtige Gefüge von Sprache, Mythos, Religion, Kunst, Geschichte und Wissenschaft bestimmt Cassirer den Menschen als "animal symbolicum", als ein Wesen, das Symbole schafft und sich durch Symbole verständigt.

Part I. What is man?
I. The Crisis in Man's Knowledge of Himself
II. A Clue to the Nature of Man: the Symbol
III. From Animal Reactions to Human Responses
IV. The Human World of Space and Time
V. Facts and Ideals

Part II. Man and Culture
VI. The Definition of Man in Terms of Human Culture
VII. Myth and Religion
VIII. Language
IX. Art
X. History
XI. Science
XII. Summary and Conclusion

Band 24 Aufsätze und kleine Schriften (1941-1946)
2007 715 S

Inhalt:
Aufsätze und Abhandlungen
Logos, Dike, Kosmos in der Entwicklung der griechischen Philosophie · Thorild und Herder · Galileo: a New Science and a New Spirit · Giovanni Pico della Mirandola. A Study in the History of Renaissance Ideas · The Influence of Language upon the Development of Scientific Thought · Newton and Leibniz · Hermann Cohen, 1842-1918 · Some Remarks on the Question of the Originality of the Renaissance · The Place of Vesalius in the Culture of the Renaissance · Judaism and the Modern Political Myths · The Concept of Group and the Theory of Perception · Galileo's Platonism · The Myth of the State · Thomas Manns Goethe-Bild. Eine Studie über "Lotte in Weimar" · Structuralism in Modern Linguistics · Albert Schweitzer as Critic of Nineteenth-Century Ethics

Zur Logik der Kulturwissenschaften. Fünf Studien
Der Gegenstand der Kulturwissenschaft · Dingwahrnehmung und Ausdruckswahrnehmung · Naturbegriffe und Kulturbegriffe · Formproblem und Kausalproblem · Die "Tragödie der Kultur"

Rousseau, Kant, Goethe.
Two essays
Kant and Rousseau · Goethe and the Kantian Philosophy

Rezensionen und kleine Schriften
Nachträge

Band 25 The Myth of the State
2007 327 S

Das Thema des in englischer Sprache verfaßten The Myth of the State – dem letzten Werk, das Cassirer vor seinem Tod im Manuskript zum Abschluß bringen konnte – ist die Wiederkehr des politischen Totalitarismus, dem er selbst nur durch Emigration entkam. Der Text belegt, daß die in der Philosophie der symbolischen Formen entwickelte »Kritik der Kultur« auch den Rahmen für eine Theorie des Politischen absteckt und dazu nötigt, auf anthropologischer Ebene die Einheit von »animal symbolicum« und »zoon politikon« zu denken.

Eine deutsche Übersetzung – Vom Mythus des Staates – ist in der Philosophischen Bibliothek (Band 541) lieferbar.

Band 26 Register mit CD-ROM (Windows) des Gesamtwerks
2009 186 S

Das Werk Ernst Cassirers gilt als eine der größten philosophischen Leistungen des 20. Jahrhunderts. Die im Fokus seines Lebenswerks stehende Philosophie der symbolischen Formen sowie die interdisziplinär betriebenen Forschungen zur Geschichte der Philosophie und zur Geistesgeschichte sind grundlegend sowohl für die Kulturphilosophie als auch für die Kulturwissenschaften.

Die "Hamburger Ausgabe" der Werke Ernst Cassirers (1874-1945) umfaßt alle von Cassirer veröffentlichten oder für eine Veröffentlichung vorbereiteten Schriften in chronologischer Folge nach Maßgabe der jeweils letzten vom Autor autorisierten Auflage. Jeder Band enthält einen editorischen Bericht sowie ein Schriften- und Personenverzeichnis. Mit Erscheinen von Band 26 liegt die Ausgabe vollständig vor. Er enthält ein Sachregister der gesamten Ausgabe, das alle wichtigen Stellen zu einschlägigen Begriffen versammelt und über zahlreiche Querverweise weitere Kontexte erschließt. Ein Personenregister gibt einen Überblick über die von Cassirer ausführlicher behandelten Autoren, Inhaltsverzeichnisse ermöglichen die komfortable Orientierung im Gesamtwerk. Dem Band liegt eine CD-ROM bei, die sämtliche 26 Bände der Ausgabe im Volltext präsentiert. Sie ist mit dem ausgereiften Volltextsuch- und Analysesystem "ViewLit Professional" ausgestattet. Das Programm erfüllt höchste Ansprüche an eine datengestützte Texterschließung und ermöglicht die rasche Suche nach Begriffen und Wortkombinationen. Sämtliche Fußnoten, die Personen- und das Sachregister sind verlinkt, Literaturangaben werden in einem eigenen Modul ausgewertet (ViewLex). Weitere Features: Volltextsuche mit differenzierter Ausgabe nach Kapiteln und Buchtiteln, Komplettwortlisten, formatgetreue Textwiedergabe, Drucken und Kopieren, integrierte Textverarbeitung, Lesezeichen, Glossar, strukturiertes Inhaltsverzeichnis, variable Textgröße, Hypertext und History-Funktion.
 

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