Nachgelassene Manuskripte und Texte
Cassirer, Ernst
1995, 21 Bde, Gb, (Meiner)
Bestell-Nr. 375353

Preis auf Anfrage

Begründet von Klaus Christian Köhnke, John Michael Krois und Oswald Schwemmer. Hg. von Christian Möckel.

Die nachgelassenen Aufzeichnungen und Papiere Ernst Cassirers sind - mit Ausnahme der Briefe - seit Anfang der sechziger Jahre im Besitz der Beinecke Rare Book and Manuscript Library an der Yale University (New Haven, Conn.) und vollständig erhalten. Der umfangreiche, für diese Ausgabe erstmals systematisch gesichtete und durchgängig erschlossene Nachlaß umfaßt neben den Reinschriften der von Cassirer selbst zur Veröffentlichung gebrachten Werke und Schriften eine große Anzahl unveröffentlichter Manuskripte aus allen Bereichen seines wissenschaftlichen und philosophischen Lebenswerkes. Neben den Forschungs- und Vorlesungsmanuskripten, die zwar nicht unmittelbar zum Zwecke der Publikation ausgearbeitet wurden, aber gleichwohl zum materialen Grundbestand seines Werkes gehören, sind es vor allem die nach der im Jahre 1933 erzwungenen Emigration Cassirers unter den erschwerten Bedingungen des Exils in England, Schweden und den USA entstandenen unveröffentlichten Aufzeichnungen, Vorträge und Schriften, die für die Beurteilung der systematischen Konzeption und Fortentwicklung seiner Philosophie von Bedeutung sind. Die Ausgabe wird auf der Grundlage der Bestände der Beinecke Rare Book and Manuscript Library und unter Hinzuziehung weiterer Manuskripte aus den Beständen anderer Bibliotheken sowie aus Privatbesitz eine umfassende, nach thematischen Gesichtspunkten in 17 Bände gegliederte kritische Edition aller wissenschaftlich relevanten Texte aus dem Nachlaß Ernst Cassirers vorlegen. Sie macht neue und bislang unzugängliche Texte Cassirers zur theoretischen Begründung und Ausarbeitung der Philosophie der symbolischen Formen, zur Geistesgeschichte und zur Geschichte der Philosophie zugänglich. Sämtliche Manuskripte und Texte werden nach Maßgabe ihres Ausarbeitungszustandes grundsätzlich diplomatisch wiedergegeben, d.h. ohne Eingriffe in die Orthographie, Interpunktion oder Textgestalt des transkribierten Originals. Zusätze der Herausgeber werden stets ausgewiesen, Besonderheiten der Originalmanuskripte, die im Druck nicht abgebildet werden können, sind im zugeordneten Apparat unter den Seiten beschrieben und ausgewiesen. Ein Sachkommentar gibt Nachweise verdeckter oder unrichtiger Zitate sowie Hinweise zu den genannten Personen. Jeder Band enthält einen editorischen Bericht, der zu Fragen der Textüberlieferung und -erschließung Auskunft gibt.
 
Auszug:
Band 1 Zur Metaphysik der symbolischen Formen
Zum 50. Todestag Ernst Cassirers im April 1995 erschien der erste Band der Nachlaßedition. Er enthält wichtige Arbeiten und Entwürfe zum Grundriß der 'Philosophie der symbolischen Formen', die Cassirer noch 1938 - in 'Zur Logik des Symbolbegriffs'- nicht als ein fertiges System, sondern als "Prolegomena zu einer künftigen Kulturphilosophie" aufgefaßt wissen wollte. Der erste Text, "Zur Metaphysik der symbolischen Formen", umfaßt zwei 1928 druckfertig ausgearbeitete Kapitel über deren Verhältnis zur Philosophie der Gegenwart, die Cassirer ursprünglich für einen geplanten 'Schlußabschnitt' des dritten Bandes der PsF verfaßte, dann jedoch nicht veröffentlichte. Es folgen Aufzeichnungen über die bisher unbekannte Lehre von den "Basisphänomenen" aus den Jahren 1938-40, die wichtige Untersuchungen zur Begründung der 'Philosophie der symbolischen Formen' darstellen, sowie Notizen zur Konzeption des Gesamtwerks aus dem Jahr 1928. Die Texte sind nach Maßgabe der Prinzipien kritischer Ausgaben ediert, ausführlich kommentiert und mit einem Namenregister versehen.
1995 410 S
Inhalt:
Zur Metaphysik der symbolischen Formen (1928); Über Basisphänomene (ca. 1940); Symbolische Formen. Beilage: Symbolbegriff - Metaphysik des Symbolischen (ca. 1928)

Band 2 Ziele und Wege der Wirklichkeitserkenntnis
Band 2 der ECN macht erstmals die 1936-1937 geschriebene, fast fertiggestellte Monographie "Ziele und Wege der Wirklichkeitserkenntnis" zugänglich. Cassirer stellt sich darin die Aufgabe, die verschiedenen Richtungen, in denen der Prozeß der Objektivierung von Erkenntnis fortschreiten kann, gesondert zu verfolgen, um damit das Phänomen des Erscheinens selbst in seiner ganzen Fülle und in seiner ganzen Tiefe zu erfassen. Diese Schrift gibt einen allgemeinen systematischen Überblick über die verschiedenen Methoden, die in den Einzelwissenschaften (Mathematik, Physik, Biologie, Geschichte) verwandt werden und die deren Wirklichkeitsbegriff bestimmen.
1999 229 S
Inhalt:
Kapitel 1: Die drei Grundrichtungen der Wirklichkeitserkenntnis; Kapitel 2: Die mathematische Synthesis; Kapitel 3: Die Invarianten der Wahrnehmung und des Begriffs; Kapitel 4: Kulturwissenschaft und Geschichtswissenschaft (1936/37)

Band 3 Geschichte. Mythos
Beilagen: Biologie, Ethik, Form, Kategorienlehre, Kunst, Organologie, Sinn, Sprache, Zeit
Der Band versammelt Texte Cassirers, die in einem thematischen wie zeitlichen Zusammenhang miteinander stehen. Dabei ist formal wie inhaltlich eine deutliche Zweiteilung des Manuskripts zur Geschichte zu beobachten. Während Cassirer im ersten Teil Geschichte als Teil der symbolischen Formen behandelt und das Konzept der Basisphänomene auf das Gebiet der Geschichte und der Geschichtsschreibung anzuwenden sucht, verliert sich später die argumentative Strenge zugunsten allgemeiner Reflexionen zu dem Problemfeld. Unterstrichen wird dieser Befund dadurch, daß Cassirer auf diesen zweiten Teil seiner Erarbeitungen als "Steinbruch" zur Abfassung des dritten Buches des vierten Bandes seines Werks zum Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (ECW 5) zurückgegriffen hat. Während das Geschichts-Manuskript die Formen rationaler Geschichtsschreibung auszuloten sucht, werden die Formen der vorrationalen, bildlichen Erinnerung im Manuskript zum Mythos und dessen 'Verhältnis zur Geschichte', eben als 'Organ geschichtlicher Erkenntnis' behandelt. Die in diesem Band als 'Beilagen' wiedergegebenen Manuskripte gehören formal wie systematisch zu demselben Konvolut aus dem Nachlaß, dessen grundlegenden Teil über Basisphänomene (s. ECN 1) Cassirer ebenfalls in seiner Schrift über Ziele und Wege der Wirklichkeitserkenntnis (s. ECN 2) nutzt. Cassirers wechselseitige interne Verweisungen vom Manuskript zur Geschichte auf einzelne dieser Lagen und vice versa rechtfertigen den Abdruck dieser Manuskripte zu einzelnen Kategorien des in den Geschichts- und Mythos-Manuskripten behandelten Zusammenhangs.
2002 360 S
Inhalt:
Der Begriff der Form als Problem der Philosophie (Vortrag, Berlin 1924); Über Sprache und Denken (Vortrag, London 1927); Entwürfe und Vorarbeiten zur Philosophie der symbolischen Formen: a) Prägnanz, symbolische Ideation; b) Präsentation und Repräsentation; c) Allgemeines zur Gestaltpsychologie (1927-1929); Zum Symbolproblem (Vortrag, Zürich 1932 / Utrecht 1935); Vom Einfluß der Sprache auf die naturwissenschaftliche Begriffsbildung (Vortrag, London 1935); Beilage: Grundprobleme der Sprachphilosophie (Vorlesung, Hamburg SS 1922, Nachschrift von Dr. Willi Meyne)

Band 4 Symbolische Prägnanz, Ausdrucksphänomen und 'Wiener Kreis'
Zentralen Begriffen seiner Philosophie wie Symbol, symbolische Prägnanz, symbolische Ideation oder Symbolcharakter der Wahrnehmung ist Ernst Cassirer bei der Vorbereitung des dritten Teiles der "Philosophie der symbolischen Formen" weit umfangreicher nachgegangen, als in diesem 1929 erschienenen Werk zu erkennen ist. Das belegen die beiden ersten Texte in diesem Band aus den Jahren 1926/27: "Praesentation und Repraesentation" und "Praegnanz, symbolische Ideation". Er enthält außerdem zwei Vorträge von 1935/36 zum Zusammenhang von Denken und Sprache, Sprache und Wahrnehmung, Alltagssprache und Wissenschaftssprache ("Vortrag: Symbolproblem" und "Vom Einfluss der Sprache auf die naturwissenschaftliche Begriffsbildung") sowie als Beilagen die Vorlesungsmitschrift "Grundprobleme der Sprachphilosophie" (1922) und den Londoner Vortrag "Über Sprache, Denken und Wahrnehmung" von 1927. Besonderes Gewicht kommt dem umfangreichen Text "Ausdrucksphänomen und 'Wiener Kreis'" zu. Er entstand in den Jahren 1935/36 im Zuge der Recherchen für die Vorlesung "Probleme der Kulturphilosophie" in Göteborg und enthält eine intensive Auseinandersetzung mit dem Positivismus Rudolf Carnaps und Moritz Schlicks. Trotz der Abgrenzung vom Physikalismus und der Argumentation für eine nichtphysikalische Objektivität in der Kulturwissenschaft bekennt sich Cassirer zu den ethischen Zielen und Ansprüchen des 'Wiener Kreises'.
2011 478 S

Band 5 Kulturphilosophie. Vorlesungen und Vorträge 1929-1941
Der Band versammelt Vorlesungen und Vorträge sowie eine Ausarbeitung Cassirers zum Gegenstand, zum Begriff und zur Methodik der Kulturphilosophie und der Kulturwissenschaften, die zwischen 1929 und 1941 entstanden sind. Sie lassen sich als vorbereitende Überlegungen zu dem Aufsatz Naturalistische und humanistische Begründung der Kulturphilosophie von 1939 und zu der Monographie Zur Logik der Kulturwissenschaften von 1942 einordnen. Enthalten sind eine Vorlesung zu "Grundfragen der Kulturphilosophie" (Hamburg, Sommersemester 1929) sowie eine Vorlesung aus dem Wintersemester 1939/40 in Göteborg zu demselben Thema, ein Manuskript zur "Objektivität der Ausdrucksformen" (ca. 1937/38) und das Manuskript eines Vortrags zum Thema "Zur Erkenntnistheorie der Kulturwissenschaften", den Cassirer 1941 in Göteborg gehalten hat.
2004 319 S
Inhalt:
Grundprobleme der Kulturphilosophie (Vorlesung, Hamburg SS 1929); Probleme der Kulturphilosophie (Vorlesung, Göteborg WS 1939/ 40); Leib und Seele als philosophisches Problem (Vortrag, Berlin 1931); Die Ausdrucksfunktion und das Problem des Fremdpsychischen (1935/36); Zur Objektivität der Ausdrucksfunktion (1935/36)

Band 6 Vorlesungen und Studien zur philosophischen Anthropologie
Ernst Cassirer hat sich während der Zeit des schwedischen und amerikanischen Exils verstärkt dem Thema "philosophische Anthropologie" zugewandt, dessen Behandlung er bereits in der Vorrede zum dritten Band der "Philosophie der symbolischen Formen" (Juli 1929) angekündigt hatte. Der Band dokumentiert diese Beschäftigung über einen Zeitraum von vier Jahren (1939 bis 1943). Er enthält eine Vorlesung zur Geschichte der philosophischen Anthropologie, von der griechischen Antike bis in die Frühe Neuzeit, die Cassirer im Studienjahr 1939/1940 an der Göteborger Hochschule gehalten hat, und eine weitere Vorlesung zu systematischen Fragen der philosophischen Anthropologie, insbesondere zum biologischen Aspekt und zum Sprachproblem, die Cassirer zu Beginn seiner Lehrtätigkeit an der Yale University (1941/42) vorgetragen hat. Ergänzt werden diese Texte durch eine Rekonstruktion der Erstfassung des "Essay on Man" (1942/43), die gegenüber dem publizierten Werk (1944) eine, sowohl am Umfang als auch an der systematischen Struktur des Textes gemessen, eigenständige Textfassung darstellt.
2005 770 S
Inhalt:
Der Gegensatz von "Geist" und "Leben" in der modernen philosophischen Anthropologie (Vortrag, Frankfurt 1928); Anthropomorphismus in der Philosophie (nach 1935); Geschichte der philosophischen Anthropologie: Teil I. Antike und Mittelalter (Vorlesung, Göteborg WS 1939/40); Geschichte der philosophischen Anthropologie. Teil II. Renaissance und Mittelalter (Vorlesung, Göteborg SS 1940)

Band 7 Mythos, Sprache und Kunst
ECN 7 enthält Texte über Mythos, Sprache und Kunst, die Cassirer als zentrale symbolische Formen darstellt. Diese Texte sind entweder im direkten Zusammenhang mit der 'Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg', bzw. dem Warburg Institute (London), entstanden oder greifen in den amerikanischen Jahren Probleme auf, zu deren Behandlung Cassirer durch seine Kontakte zu der Bibliothek angeregt wurde. Der systematische Vortrag "Critical Idealism as a Philosophy of Culture" faßt seine Ansichten über das Verhältnis zwischen Philosophie und Kulturwissenschaften zusammen.
2011 291 S
Inhalt:
Begriffs- und Klassenbildung im mythischen und religiösen Denken. Vortrag, Religionswissenschaftliche Gesellschaft, Hamburg, 14.7.1921 / Critical Idealism as a Philosophy of Culture (Warburg Institute lecture, 1936) / Language and Art [Für einen Vortrag am 23.3.1942 bei Bryn Mawr College und am 23.4.1942 bei Cornell University] / Language, Myth, Art" (Letztes Sprach-Seminar 11.5.42) / The Educational Value of Art. 10.03.1943 / Beilage: [Materialien zu "Language and Art"]

Band 8 Vorlesungen und Vorträge zu philosophischen Problemen der Wissenschaften
Ernst Cassirer hat sich in den Jahren 1907 bis 1945 in Vorlesungen und Vorträgen immer wieder mit der Frage nach dem Verhältnis der Philosophie zu den Naturwissenschaften beschäftigt. Trotz der großen zeitlichen Spanne, die die Texte des Bandes umfaßt, wird deutlich, daß es Cassirer von Anfang an darum geht, die von den Wissenschaften selbst aufgeworfenen philosophischen Probleme aufzugreifen und zu erörtern - und keinesfalls nur darum, Probleme der Philosophie an die Wissenschaften heranzutragen. In diesem Sinne ist der Titel "Vorlesungen und Vorträge zu philosophischen Problemen der Wissenschaften" zu verstehen. Band 8 der Edition "Nachgelassene Manuskripte und Texte" enthält neben dem frühen Vortrag aus Cassirers Berliner Zeit "Substanzbegriff und Funktionsbegriff" (1907) die Antrittsvorlesung in Hamburg "Die Beziehung zwischen Philosophie und exakter Wissenschaft" (1919) und den Hamburger Vorlesungszyklus "Die philosophischen Probleme der Relativitätstheorie" (1920/21). Außerdem enthalten sind zwei Radio-Vorträge zum Thema "Die Einheit der Wissenschaft" (21. und 28. Oktober 1931) und eine deutschsprachige sowie eine englischsprachige Studie zu "Gruppenbegriff und Wahrnehmungstheorie" (1937) und "The Concept of Group" (1945).
2010 283 S
Inhalt:
Substanzbegriff und Funktionsbegriff. Vorlesung; Berlin, 26. Juli 1907 / [Die Beziehung zwischen Philosophie und exakter Wissenschaft] Antrittsvorlesung; Hamburg, 1919 / [Die philosophischen Probleme der Relativitätstheorie] Vorlesung; Hamburg, 1920/21 / Die Einheit der Wissenschaft. 2 Vorträge; Berlin, 21. u. 28.10.1931 / Gruppenbegriff und Wahrnehmungstheorie / The Group Concept / The Concept of Group

Band 9 Zu Philosophie und Politik
Die für diesen Band zusammengestellten Texte geben Cassirers Gedanken zur Politik und zur Philosophie des Politischen wieder. Außerdem zeichnen sie ein Bild seines politischen Engagements nicht nur in Berlin und Hamburg, sondern auch in Schweden und in den USA. Die Materialien, die den Zeitraum von der Mitte des Ersten Weltkrieges (1916) bis zu Cassirers Tod (1945) umfassen, bieten u.a. Einblicke in seine Auffassung des philosophischen Staatsbegriffs, des Rechtsbegriffs, der Frage universaler oder national bedingter Geltung philosophischer Wahrheiten und in den Begriff der Demokratie. Einige Texte befassen sich mit der Verantwortung des Philosophen gegenüber antihumanistischen Bestrebungen in Wissenschaft, Kultur und Politik. Besonders hervorzuheben sind Ausschnitte des dritten Teils der Manuskriptfassung vom 'Myth of the State', die nicht in die Veröffentlichung aufgenommen worden sind, so z.B. Passagen über Adolf Hitler, Alfred Rosenberg oder den Antisemitismus.
2008 447 S
Inhalt:
Der deutsche Idealismus und das Staatsproblem. Vorlesung, gehalten am 13.3.1916 in der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. / Zum Begriff der Nation. Eine Erwiderung auf den Aufsatz von Bruno Bauch. 1916 verfaßter Artikel für die Kant-Studien, nicht veröffentlicht. / [Begriff und Problem der Demokratie] Vortragsmanuskript für eine Vortragsreihe des Hamburger 'Werkbundes geistiger Arbeiter' zu diesem Thema, vermutlich 1920er Jahre. / [Ansprache des Rektors zur Reichsgründung der Hamburgischen Universität] / Wandlungen der Staatsgesinnung und der Staatstheorie in der deutschen Geistesgeschichte. Vortrag, gehalten zur Verfassungsfeier der Universität Hamburg, am 22.7.1930. / Die staatliche und gesellschaftliche Wirklichkeit. 1. Die Methode der Sozialphilosophie / Die Idee des Rechts und ihre Entwicklung in der modernen Philosophie. Vermutlich für eine Lehrveranstaltung im SS 1932, Universität Hamburg. / Rechtsproblem - Beziehung zum Gottesproblem. Vermutlich für eine Lehrveranstaltung im SS 1932, Universität Hamburg. / Der Begriff der Philosophie als Problem der Philosophie. Antrittsvorlesung, gehalten im Okt. 1935 an der Universität Göteborg. / Philosophy and Politics. Vortrag; gehalten am 3.4.1944 am Connecticut College in New London, USA. / The Technique of our Modern Political Myths. Vorlesung, angekündigt für den 18.1., gehalten am 1.2.1945 in der Princeton University/USA. / The Myth of the State, Teil III (New Haven, 1943/44). In die Druckfassung 1946 nicht aufgenommen. / Racen-Mythos. Paralipomena zu dem Buch 'The Myth of the State'.

Band 10 Kleinere Schriften zu Goethe und zur Geistesgeschichte
Die für den Band ausgewählten nachgelassenen Vorträge, Notizkonvolute und Vorlagen für Vorträge geben Cassirers Auseinandersetzung mit Goethes Werk und mit daraus abgeleiteten wissenschaftstheoretischen Fragestellungen in der Zeit der Emigration wieder. Sie zeichnen zudem ein Bild des späten Cassirer und seiner Wirkung als Universitätsprofessor in Oxford, Göteborg und New Haven. Die Materialien umfassen den Zeitraum von 1925/26 bis zu seinem Tod 1945 und bieten u.a. Einblicke in seine Auffassung und Kritik der deutschen Geistesgeschichte (1925/26), seine kulturphilosophisch ausgerichtete Diskussion des Bildungsbegriffs (1934 u. 1935), seine Bewertung Goethes als eines naturwissenschaftlich wie philosophiegeschichtlich bedeutsamen Autors (1942-45), seine Diskussion der Kulturphilosophie im Zeichen Goethescher Symboltheorie (ebenfalls 1942-45), seine Befassung mit Goethe und Platon (1942-44) und schließlich in seine immer wieder aufgegriffene Diskussion des Verhältnisses von Goethe und Kant (1944). Ein großes Vortragsmanuskript ist ausschließlich Goethes Faustdichtung und dem Faustfragment (1942) gewidmet. Außerdem enthält die Sammlung eine Auswahl aus Cassirers umfänglichen Stichwortsammlungen und Exzerpten zu einzelnen philosophischen Begriffen wie 'Symbol', 'Form', 'innere Form', 'Geschichte', 'Genie' etc., die er vornehmlich in der Auseinandersetzung mit Goethe, Platon und Kant über viele Jahre hinweg angelegt und ergänzt hat. Der Band bietet damit einen so bisher nicht möglichen Einblick in die philosophische Werkstatt des Kulturphilosophen Cassirer.
2006 256 S
Inhalt
Philosophische Probleme und Tendenzen in der deutschen Geistesgeschichte. Vorlesung, Hamburg WS 1925/26 / Goethes Idee der inneren Form. Vortrag, gehalten am 12.2.1934 am Taylorian Institute, Oxford / Goethes Idee der inneren Form. Vortrag, gehalten im Febr. 1934 in Oxford / Goethes Idee der inneren Form. Drei Vorträge, gehalten an Bedford College, London, im Jan. u. Febr. 1935, der letzte am 19.2.35 / Bemerkungen zum Faustfragment und zur Faustdichtung. Vortrag, gehalten beim Germania Club, Yale University, New Haven am 14.4.1942 / Goethe und Kant. Vortrag. Datiert: German Department [an der Yale University], 25.I.44.
[Aus Cassirers Goethe Notizen:] Über Linné und die gewöhnliche Art, die Botanik zu behandeln.
Ernst Cassirers "Kleinere Schriften zu Goethe und zur Geistesgeschichte" (1925-1944), die hier erstmals publiziert werden, bezeugen das anhaltende philosophische, wissenschaftsgeschichtliche und auch literaturwissenschaftliche Interesse, das Cassirer den Texten Goethes entgegenbrachte - unabhängig davon, in welchem philosophischen und akademischen Kontext er gerade arbeitete.

Band 11 Goethe-Vorlesungen (1940-1941)
Ernst Cassirer publizierte zahlreiche Aufsätze und andere Texte zu verschiedenen Aspekten von Goethes Werk. Die hier vorliegenden, in den Jahren 1940 und 1941 gehaltenen Goethe-Vorlesungen geben einen umfassenden Überblick über Goethes Dichtung und Lebensauffassung und dokumentieren den Hintergrund für Cassirers lebenslange Beschäftigung mit Goethe. Die hier erstmalig publizierten "Goethe-Vorlesungen", gehalten in den Jahren 1940 und 1941 in Göteborg und Lund, sind die letzten größeren wissenschaftlichen Arbeiten, die Cassirer in deutscher Sprache verfaßte. In diesen Vorlesungen erinnert sich der Autor an seine allerersten wissenschaftlichen Arbeiten, die er als Student der Germanistik im Jahr 1893 verfertigt hatte. Die entsprechenden Arbeiten werden im Anhang abgedruckt, so daß dieser Band Anfang und Ende von Cassirers Schaffen in seiner Muttersprache umfaßt. Bereits als Student trat Ernst Cassirer der Goethe-Gesellschaft bei, und bis zu seinem Studienwechsel von der Germanistik zur Philosophie stand Goethes Werk im Zentrum seiner akademischen Interessen. Im Laufe der Jahre publizierte er ein Dutzend Aufsätze und andere Texte zu verschiedenen Aspekten von Goethes Werk. Die über zwei Semester gehaltenen Goethe-Vorlesungen geben einen umfassenden Überblick über Goethes Dichtung und Lebensauffassung und lassen besser als seine anderen Goethe-Studien den Hintergrund für Cassirers lebenslange Beschäftigung mit dem Dichter und Wissenschaftler Goethe sichtbar werden.
"Einmal einen Zyklus von Goethe-Vorträgen halten zu dürfen - das gehörte immer zu meinen akademischen Lieblingsplänen. Aber dieser Plan kam nie zur Ausführung. Seit fast 50 Jahren habe ich nun wieder und wieder Goethe gelesen; ich habe vieles über ihn gelesen; ich habe Manches über ihn geschrieben und veröffentlicht; bei verschiedenen Gelegenheiten, u.a. auch hier in G[öteborg] Goethe-Vorträge gehalten - aber ein eigentliches Goethe-Kolleg habe ich nie gehalten." (Aus der Einleitung)
2003 480 S

Band 12 Schillers philosophische Weltansicht
Band 12 der »Nachgelassenen Manuskripte und Texte« umfasst vor allem das gründlich ausgearbeitete Vor¬lesungsmanuskript der 1920/21 in Hamburg gehaltenen Vorlesung »Schillers philosophische Weltansicht«. Cassirer argumentiert darin in fünf Kapiteln für die innere Bedingtheit von philosophischem System und dichterischem Schaffen bei Schiller. In Schillers Werk sieht er einen neuen Stil in der Philosophie entstehen, der sich dadurch auszeichnet, dass der philosophische, abstrakte Gedanke je immer schon eine gestaltete Form hat und philosophische und künstlerische Momente in einem inneren Abhängigkeitsverhältnis stehen. Philosophische Weltansicht ist zugleich auch die Weltansicht des Künstlers, und Kunst erhält damit eine herausragende Stellung im System der geistigen Kultur. Das Manuskript der Schiller-Vorlesung stellt neben dem Kapitel »Freiheitsproblem und Formproblem in der klassischen Ästhetik« in »Freiheit und Form« von 1916 die intensivste direkte Auseinandersetzung Cassirers mit Schiller dar. Der zeitgleich mit der Vorlesung erschienene Text aus »Idee und Gestalt«, »Die Methodik des Idealismus in Schillers philosophischen Schriften« (1921), erscheint vor dem Hintergrund des ausführlicheren Manuskripts als die Behandlung eines Spezialproblems – des Methodengedankens – innerhalb der größeren Fragen nach der Symbolfunktion der Kunst und der Rolle der ästhetischen Anschauung. Mit der Veröffentlichung des in diesem Band erschlossenen Manuskriptes wird auch deutlich, wie viel Cassirers eigene Antworten auf diese Fragen sich seiner Auseinandersetzung mit Schiller verdanken.
2015 163 S
INHALT
SCHILLERS PHILOSOPHISCHE WELTANSICHT
Einleitung. Allgemeines. – Schillers Stellung zur Philosophie.
Erstes Kapitel. Schillers Jugendphilosophie
Zweites Capitel. Die Epoche der "Künstler”
Drittes Capitel. Schillers Kantische Studien und die Kallias-Briefe
Viertes Capitel. Die Briefe über aesthetische Erziehung. – Die "Analytik des Schönen” und die Stellung der Kunst im System der geistigen Kultur
Fünftes Capitel. Schillers Geschichtsphilosophie

BEILAGEN
Beilagen zur Vorlesung
[Element des Gedankens in Schillers Poesie]
[Objektives und Subjektives in der Dichtung]
[Natur und Vernunft in der Philosophie des 18. Jahrhunderts] [Entwurf]
Schillers Freiheitsidee

Band 13 Zur Philosophie der Renaissance
Der erste dieser vier ist ein Vortrag, den Cassirer am 15.7.1932 unter dem Titel "Galileis Stellung in der Europäischen Geistesgeschichte" im Petrarca-Haus (im Deutsch-italienischen Kulturinstitut in Köln) hielt. Der zweite gibt eine Vorlesung wieder, die am 14. und 19.6.1934 am University College, London, über das Thema "The Origin of the Modern Concept of Nature in the Philosophical and Scientific Thought of the Renaissance" gehalten wurde. Es folgt der Aufsatz "Giovanni Pico della Mirandola. Eine Studie zur Ideengeschichte der Renaissance" und der Vortrag "Giovanni Pico della Mirandola" (der vor der 'New England Group for Renaissance Studies' an der Yale University im April 1942 gehalten wurde).
(In Vorbereitung)

Band 14 Descartes, Leibniz, Spinoza
Die zu publizierenden Texte sind Vorträge und befassen sich mit der rationalistischen Philosophie.
Den ersten über "Descartes' Discours", hielt Cassirer im Januar 1937 in Wien im Rundfunk (Hg. v. Dominic Kaegi). Den zweiten, "Spinoza's Concept of Nature", hielt Cassirer zunächst im Juni 1934 in Oxford und wiederholte ihn am 25.4.1935 in Glasgow (Hg. v. John Michael Krois). Der dritte gibt eine Leibniz Vorlesung, gehalten am All Souls College, Oxford, Michaelmas Term, 1933, wieder (Hg. v. Alberto Guillermo Ranea). Am umfangreichsten sind die Vorträge "Leibniz and Newton. A Comparative Study of Science and Metaphysics", gehalten am 19. u. 21.5.1936 am University College, London (Hg. v. Gideon Freudenthal).
(In Vorbereitung)

Band 15 Vorlesungen und Vorträge zu Kant
Der Band enthält Texte über Kant, die Cassirer in der Emigration in englischer Sprache verfaßte.
Die Vorlesung "Kant’s Moral Philosophy" hat Cassirer während des Hilary Term (Januar – März) 1934 am All Souls College, Oxford gehalten. Die Vorlesung "Introduction to Kant's Critical Philosophy" trug er am selben Ort ein Jahr darauf vor. Der Praktischen Philosophie gewidmete Blätter des Vortrags über "The Fundamental Principles of Kantian Philosophy", den Cassirer am 22. Februar 1934 an der University of Reading gehalten hatte, dienten ihm 1935 als Abschluß der Vorlesung "Introduction to Kant's Critical Philosophy". Eine nicht datierte Dankesrede Cassirers an den Warden of All Souls sowie vorbereitende Materialien zur Vorlesung "Kant’s Moral Philosophy" erscheinen als Beilagen. "The Philosophy of Kant" wurde im Fall Term 1941/42 im gleichnamigen Graduate School Seminar an der Yale University vorgetragen. "Kant’s Theory of Causality" hat der Verfasser ebenfalls bei einem Yale Graduate School Seminar referiert. Es handelt sich um die im Studienjahr 1942/43 zum Thema "Seminar in Philosophy of Science. A historical and systematic study of problems" abgehaltene Lehrveranstaltung.
(In Vorbereitung)

Band 16 Vorlesungen zu Hegels Philosophie der Moral, des Staates und der Geschichte
Band 16 der Nachgelassenen Manuskripte und Texte präsentiert Vorlesungsmanuskripte zu Hegels Philosophie aus Cassirers Emigrationszeit. Aus den englischen Jahren (1933–1935) enthält der Band das Manuskript der Vorlesung "The Moral Theory of Hegel", die Cassirer 1934 am Oxforder All Souls College gehalten hat. Außerdem sind zwei Manuskripte aus der Zeit in Yale (1941–1944) zu Hegels Philosophie der Geschichte (1941/42) und zu seiner Staatstheorie (1942/43) abgedruckt. In der Vorlesung, die den Zusammenhang von Moral und Sittlichkeit bei Hegel behandelt, setzt sich Cassirer ausführlich mit Hegels Staatslehre auseinander und zieht fortlaufend Vergleiche zur Moral- und Staatsphilosophie Kants. Bei aller Kritik am absoluten Idealismus verteidigt Cassirer Hegel gegen zeitgenössische Rezipienten wie etwa Rudolf Haym. Er behandelt zudem Hegels System nicht in der fragmentierten Form, wie es sie in der philosophischen Auseinandersetzung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angenommen hat, sondern rekonstruiert seine Philosophie in ihrer originären Gestalt. Außerdem weist er nach, dass es sich bei Hegels Denken nicht einfach um die Weiterentwicklung und Vollendung Kantischer Ideen, sondern um eine originäre Philosophie mit ganz eigenen Grundprinzipien handelt. Die Vorlesung verfolgt die Absicht, den Ort und die Rolle der vielfach kontrovers in Anspruch genommenen Moral- und Staatslehre Hegels in der zeitgenössischen Philosophie zu bestimmen.
2013 342 S

Band 17 Davoser Vorträge. Vorträge über Hermann Cohen
Mit einem Anhang: Briefe Hermann und Martha Cohens an Ernst und Toni Cassirer 1901-1929
Band 17 besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil enthält die im Nachlass Cassirers überlieferten Zeugnisse über seine Davoser Vorträge 1929. Dazu treten seine Notizen über Heideggers Kant und das Problem der Metaphysik. Vor allem die Diskussion zwischen Cassirer und Heidegger hat eine umfangreiche Sekundärliteratur und vielfache Legendenbildung hervorgerufen, obwohl Cassirers umfangreiches Vortragsmanuskript und die Notizen über Heideggers Kant-Buch der Forschung bisher unbekannt geblieben sind. Im zweiten Teil des Bandes werden Cassirers Vorträge über die Philosophie und Person Hermann Cohens dokumentiert sowie – im Anhang – die 55 überlieferten Schreiben Hermann und Martha Cohens an Ernst und Toni Cassirer von 1901–1929 veröffentlicht und kommentiert. Die Vorträge über Cohen sind ohne die hier geleistete Rekontextuierung in den unterschiedlichen jüdischen öffentlichen und halböffentlichen Zusammenhängen, in denen sie vorgetragen wurden, schwer verständlich. Für die Briefe Cohens an Cassirer bietet der Band außer der üblichen biographischen und historischen Kommentierung eine Aufschlüsselung der vielen Anspielungen. Die Schreiben Cohens sind kultur-, philosophie- und wissenschaftsgeschichtlich von hohem Wert, da Cohen weniger eigene Befindlichkeiten oder Privates auszutauschen pflegte, sondern sich teils sehr sachlich, teils aber auch sarkastisch und kritisch über zeitgenössische Ereignisse, zumal akademische, brieflich äußerte.
2014 420 S

Band 18 Briefe
Ausgewählter wissenschaftlicher Briefwechsel
Ernst Cassirer (1874-1945) ist einer der wenigen Universalgelehrten des 20. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Werk, das in der "Hamburger Ausgabe" jetzt vollständig vorliegt, weist den heute bereits zu den "Klassikern" zählenden Autor der "Philosophie der symbolischen Formen" als interdisziplinär arbeitenden Denker aus, der über profunde Kenntnisse in vielen Einzelwissenschaften, insbesondere in der Physik und der Psychologie verfügte. Der Kulturphilosoph Ernst Cassirer korrespondierte nicht nur mit Vertretern unterschiedlichster Richtungen der Philosophie, sondern auch mit den bedeutendsten Persönlichkeiten in Wissenschaft und Literatur seiner Zeit; er war u. a. ein geschätzter Gesprächspartner von Albert Einstein, Aby Warburg und Thomas Mann. Der Band "Ernst Cassirer. Briefe" enthält eine Auswahl von Briefen aus allen Perioden seines Lebens und dokumentiert seinen Denk- und Lebensweg von den Anfängen in Marburg und Berlin über die Hamburger Jahre bis zur Zeit seines Exils in England, Schweden und den USA.
Mit Briefen von und an Binswanger, Born, Einstein, Goldstein, Hauptmann, Heisenberg, Husserl, Langer, von Laue, Th. Mann, Panofsky, Reichenbach, Saxl, Schlick, Schweitzer, Stern, Warburg und vielen anderen sowie einer Einleitung und umfangreichen Anmerkungen.
2009 380 S 1 CD-ROM
 

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