Körper, Selbst, Identität
Zur Kritik der verdinglichenden Selbstreflexion des modernen Subjekts von Descartes bis zur kognitiven Neurowissenschaft
Hagen, Holger
2015, 360 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 375955

49,80 EUR

Die Frage nach dem Verhältnis unseres ‚Selbst‘ zu unserem Körper ist ebenso aktuell wie problematisch. Zwar steht seit einiger Zeit die These im Raum, dass dieselbe heutzutage durch die Naturwissenschaft geklärt sei: ‚Wir‘ seien letztlich nichts als unser Gehirn und die Hirnforschung daher die neue ‚Leitwissenschaft‘ für Recht, Pädagogik, Psychologie usf. Die hier vorgelegte Arbeit zeigt jedoch in einem ersten Schritt, dass diese These den Materialismus unterstellt: eine weit verbreitete, aber nicht unumstrittene Position der Philosophie des Geistes. Die Untersuchung widmet sich mit Dualismus und Materialismus den beiden großen und gegensätzlichen Positionen des modernen Diskurses. Sie und ihre Varianten werden nicht wie üblich äußerlich nebeneinander gestellt, sondern – in Anschluss an Hegel – in ihrem inneren Zusammenhang systematisch entwickelt. Es wird gezeigt, dass beiden Positionen Widersprüche immanent sind, die sie auch in ihren avancierten Varianten – wie Eigenschaftsdualismus oder Emergenztheorie – nicht aufzulösen vermögen. Könnte es angesichts dieses Scheiterns scheinen, dass das Denken in dieser Frage an seine Grenzen stößt, so werden hier vielmehr die spezifischen Denkformen dieses Diskurses analysiert: Die verschiedenen Positionen werden als unterschiedliche Stufen einer Selbstreflexion begriffen, in welcher der moderne Mensch sich selbst in dinglicher Form zu denken versucht. Die Kritik dieser Selbstverdinglichung ergibt schließlich den Ausblick auf einen aristotelisch-hegelschen Neuansatz – der auch der Erforschung des Gehirns eine belastbare begriffliche Grundlage bietet.
 
Holger Hagen studierte Politologie, Pädagogik und Germanistik in Bremen sowie Philosophie in Hannover, Oldenburg und Tübingen.
 

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