Das Subjekt als seine Welt, als Grenze seiner Welt und als Punkt der ihm koordinierten Realität
Eine Untersuchung zum Solipsismus in Wittgensteins Frühwerk
Stückle, Heico
2015, 314 S, Kt, (K&N)
Bestell-Nr. 376046

48,00 EUR

Will man verstehen, was der Solipsismus meint, da Wittgenstein dies in Satz 5.62 seines Traktats für richtig erklärt, so ist ein Blick in seine Tagebücher hierzu unerlässlich. Dort nimmt der Philosoph am 17.10.1916 mit der Überzeugung „Wie meine Vorstellung die Welt ist, so ist mein Wille der Welt-Wille.“ unübersehbar Bezug zum Titel von Schopenhauers Hauptwerk. Da Schopenhauer selbst noch entschiedener Gegner des Solipsismus war, sind richtungsweisende Impulse für Wittgensteins Entwicklung woanders zu finden. Weininger, der ebenfalls Schopenhauers Schriften gekannt hat, stellt ins Zentrum seiner Philosophie den All-Einen, der in ungeheurer Einsamkeit die Welt anschaut. Die gemeinsame logische Form zwischen angeschauter Welt und sprachlicher Abbildung war Wittgensteins Anlass für das Verfassen einer logisch-philosophischen Abhandlung. Diese orientiert sich hinsichtlich Akribie und Struktur an Frege. Überraschenderweise erklärt Wittgenstein am Ende seines Traktats seine Sätze für unsinnig. Sie seien zu überwinden, um die richtige Sicht der Welt zu gewinnen – eine solipsistische Sicht, wie sich auch im Vergleich mit Schubert-Soldern zeigt, welcher alles auf Bewusstseinsimmanenz zurückführt. Doch der ethische Kontrast zwischen dem kontemplativen Solipsismus Wittgensteins und dem praktischen Solipsismus Stirners kann kaum größer sein.
 

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