Werke
Gesamtausgabe 7 in 12 Bdn.
Jacobi, Friedrich Heinrich
2019, 4.400 S.,, Gb, (Meiner)
Bestell-Nr. 383731

298,00 EUR

Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819) war Dichter, Wirtschaftsreformer und Philosoph. Seine Briefe und Werke zeigen ihn als einen Vertreter der späten Aufklärung, der jedoch zugleich ihre Schattenseiten, also die "Dialektik der Aufklärung", ins Bewusstsein gehoben hat. Hierdurch ist er, nach einem Wort Hegels, zum "Wendepunkt der geistigen Bildung der Zeit" und zum Anreger und kritischen Begleiter der Klassischen Deutschen Philosophie nach Kant geworden. Das philosophisch-literarische Werk Jacobis entstand in Auseinandersetzung mit dem Pantheismus Spinozas, der Moralphilosophie Kants, dem Idealismus Fichtes und der Naturphilosophie Schellings. Als einer der herausragenden Köpfe der Zeit des Übergangs vom nachkantischen Idealismus zu den weltanschaulichen Auffassungen der Romantik vertritt Jacobi einen auf der unmittelbaren Erfahrung, der Anerkennung der gegebenen Wirklichkeiten und der von äußeren moralischen Gesetzen unabhängigen Personalität des Menschen beruhenden individuellen Realismus, der den Auffassungen Hamanns und Herders verwandt ist. Die auf sieben Bände (in zwölf Teilbänden) angelegte historisch-kritische Edition umfasst im Unterschied zu der noch von Jacobi selbst begonnenen Ausgabe, die viele Texte übergangen oder in nur einer Auflage geboten hat, alle von Jacobi veröffentlichten oder im Manuskript erhaltenen Werke. Die Bände enthalten je nach Sachlage zwei bis drei Apparate, in denen die Varianten verschiedener Auflagen und Handschriften sowie sämtliche editorischen Eingriffe verzeichnet sind. Ausführliche Stellenkommentare, zum Teil in separaten Teilbänden, erschließen die Texte.

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Friedrich Heinrich Jacobi kommt 1743 als Sohn einer Düsseldorfer Kaufmannsfamilie zur Welt. Von seinem Vater zur Ausbildung nach Genf geschickt, kommt Jacobi mit den französischen Aufklärungsphilosophen in Berührung und beginnt Kant zu studieren. 1764 übernimmt er das väterliche Handelshaus und macht mit seiner Frau den Familienlandsitz Pempelfort bei Düsseldorf zu einem Mittelpunkt des literarischen Lebens. Zu den Besuchern gehören u. a. Goethe, Wieland und Diderot. Als er 1772 zum Hofkammerrat des Herzogtums Jülich-Berg berufen wird, zieht er sich aus dem väterlichen Unternehmen zurück und beginnt seine schriftstellerische Tätigkeit. Berühmtheit erlangt Jacobi nicht nur durch den von ihm ausgelösten "Spinozastreit", auch seine Kantkritik und die auf dem "moral sense" basierende Gefühlsphilosophie beeinflußten das Denken seiner Generation. 1780 kommt es zu dem denkwürdigen Gespräch mit Lessing in Wolfenbüttel, dessen Aufzeichnung Jacobi dann 1785 in den Mittelpunkt seiner Schrift Über die Lehre des Herrn Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn stellt. Die Veröffentlichung entfacht den Spinoza- oder Pantheismusstreit, an dem alle bedeutenden Denker der Zeit Anteil nehmen. 1794 flieht Jacobi vor den anrückenden napoleonischen Truppen aus Düsseldorf zu Matthias Claudius nach Wandsbek und läßt sich 1795 im holsteinischen Eutin nieder. Nach der Berufung in die Königlich Bayerische Akademie der Wissenschaften 1805 wird er zwei Jahre später zu deren Präsident ernannt. Die Veröffentlichung der Schrift Von den göttlichen Dingen führt 1811 zu einem heftigen Streit mit Schelling und hat seine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand zur Folge. Jacobi stirbt 1819 in München.
 

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