Das Eine tò hén, die Leerheit sunyata und die universelle Wahrheit dharma (ho)
Komparative Philosophie über Sein und Werden bei Platon, Nagarjuna und Dogen
Jäger, Heidrun
2018, 254 S, Kt, (Kovac)
Bestell-Nr. 381979

88,90 EUR

Durch die Zunahme an Informationsdichte in der digital vernetzten Welt sehen wir uns oft zu rascher Entscheidungsfindung und Handlungssetzungen in immer kürzeren Zeitabschnitten gezwungen. Die daraus resultierende Zeitnot und zunehmende Unübersichtlichkeit größerer Zusammenhänge machen das Bemühen um gründliches Hinterfragen, Durchdenken und angemessenes Handeln in der jeweiligen Situation schwierig. Es verstärkt sich die Tendenz, die Komplexität von Sachverhalten und Erkenntnissen in Unkenntnis fremder kultureller Denksysteme unkritisch auf einseitige, fragmentarische und zweckorientierte Perspektiven zu reduzieren und das eigene Denksystem zum absoluten Maßstab mit universalistischem Geltungsanspruch zu erheben. Die Fragmentierung und Reduktion der komplexen Vielheit hat die isolierende Abgrenzung des Einzelnen gegenüber den Anderen zur Folge. Es scheint in unserer Lebenswelt die Teilhabe am allumfassenden Ganzen aus dem Blickfeld zu geraten. Angesichts dieser Krisis zieht diese metaphysisch-ontologische Untersuchung Platons Dialoge Timaios, Parmenides und Sophistes zu Rate, die das Beziehungsgefüge des Prinzips des Einen to hén mit den Ideen des Vielen/Anderen, Sein und Werden/Nicht-Sein, Identität und Verschiedenheit sowie Bewegung und Ruhe erörtern. Platons Lehre wird in einen wechselseitigen Bezug zur Lehre des Mahayana-Buddhismus vom abhängigen Entstehen als "Leerheit" (sunyata) im Sinne von Substanzlosigkeit beim indischen Denker Nagarjuna (2./3. Jh.) und von der im ontischen Dasein verwirklichten universellen Wahrheit dharma (ho) beim japanischen Zen-Philosophen Dogen Kigen (1200-1253) gestellt. Anhand der komparativen Methode setzt sich diese Untersuchung das Ziel, sowohl eine mögliche Integration als auch entscheidende Differenzen der drei Denksysteme von Platon, Nagarjuna und Dogen aufzuzeigen und einen Perspektivenwechsel aus der Isoliertheit der einzelnen Standpunkte hin zur allseitig offen-dynamischen Beziehung der Einheit-Vielheit im phaenomenon zu eröffnen.
 

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