David Hume über den Glauben oder Idealismus und Realismus
Ein Gespräch
Jacobi, Friedrich Heinrich
2019, 308 S, Gb, (Meiner)
Bestell-Nr. 383881

68,00 EUR

Jacobi sei, so Fichte 1801, der »mit Kant gleichzeitige Reformator in der Philosophie«. Tatsächlich entwickelt Jacobi in den 1780er Jahren eine eigenständige Vernunftkritik, die für die Entwicklung der nachkantischen Philosophie von erheblicher Bedeutung ist. Denn bereits in den Briefen »Über die Lehre des Spinoza« vertritt er eine komplexe Doppelphilosophie: Einerseits rekonstruiert und verteidigt er die (bis dahin weitgehend diskreditierte) Philosophie Spinozas als Paradigma einer konsequent rationalen Philosophie (und löst damit eine regelrechte Spinoza-Renaissance aus), andererseits weist er nach, dass diese trotz aller Bemühungen, die Lebenswirklichkeit des Menschen zu begreifen und rational zu begründen, prinzipiell unfähig ist, unsere lebensweltliche Überzeugung, als Einzelner frei an Zwecken orientiert handeln zu können, aufzuschließen. Diese rational nicht einholbare Überzeugung ist nach Jacobi vielmehr allein im »Gefühl« und als "Glaube« gegeben und erfordert daher eine Philosophie anderen Typs. Vor diesem systematischen Hintergrund verfolgt das Gespräch »David Hume über den Glauben oder Idealismus und Realismus« (1787) ein doppeltes Anliegen: Zum einen soll die an Spinoza entwickelte Rationalitätskritik auch an der Kantischen Philosophie überprüft werden. Dazu kritisiert Jacobi in einem kühnen Schritt den Empirismus, die rationalistische Schulmetaphysik, den zeitgenössischen Skeptizismus und die Kantische Transzendentalphilosophie gemeinsam dafür, von einem falschen, weil im Kern idealistischen Vorstellungkonzept auszugehen. Der Band enthält als Beilagen den wirkmächtigen Text »Ueber den transzendentalen Idealismus«, in dem Jacobi erstmals Kants Konzept des ?Dings an sich? einer umfassenden werkimmanenten Prüfung unterzieht, und einen Brief an Fichte, in dem Jacobi sein Verhältnis zur Wissenschaftslehre Fichtes klärt.
 

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