Der Fall des Philosophen
Eine Archäologie des Denkens am Beispiel von Ernst Bloch
Gekle, Hanna
2019, 656 S, Kt, (Klostermann)
Bestell-Nr. 382765

39,00 EUR

Thema ist das alte Programm philosophischer Selbsterkenntnis als Voraussetzung für Welterkenntnis - unter den verschärften Bedingungen der Moderne, konkretisiert an Ernst Bloch. Psychische Entwicklungsgeschichte und die Geschichte des Werkes bilden die beiden Stränge der theoretischen Rekonstruktion. Ziel ist die Darstellung ihrer inneren Verbindung als eine Archäologie des Denkens. Es ist Blochs Besonderheit als Philosoph, dass er sich den Zugang zum Denken aus den Tiefen früher, leidvoller Erfahrung erschloss. Dafür brauchte er nicht nur neue Kategorien, sondern er musste dafür überhaupt erst Worte finden: Den Erfahrungen des Unheimlichen und Abgründigen, die er in seinem Werk Die Spuren erzählt, stellt er auf der Ebene philosophischer Theorie das Dunkel des gerade gelebten Augenblicks wie seine Entdeckung eines Noch-nicht-Bewussten zu Seite. Sie münden als metaphysische Ödipuserweiterungen in dem, was in der Nachfolge Freuds den klassischen Ödipuskomplex unterhöhlt. Das verdrängte Wissen der Neurose erweitert sich in das gespaltene Wissen des Paranoischen und gibt im gelingenden Fall neue Formen der Sublimierung frei. Diese Spannungen werden tradiert, eingebettet und radikal gesprengt zugleich von den politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Psyche, Werk und Geschichte spiegeln sich in diesem Buch ineinander.
 

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