Die Bildung der Seele
Platons Konzeption eines lebendigen Wissens
Ziegler, Ursula
2018, 544 S, Gb, (Alber)
Bestell-Nr. 381920

59,00 EUR

Die platonischen Dialoge zeigen exemplarisch, dass Erkenntnis- und Wissensgewinn eng mit dem Lebensvollzug und der seelischen Verfasstheit eines Lernenden verbunden sind, dass Wissen auf der anderen Seite aber unabhängig von individuellen Konditionen gedacht werden muss - ist jedes Erkenntnisstreben bei Platon doch dem Anspruch von Wahrheit unterstellt. Dieses Spannungsverhältnis wird in der Studie beleuchtet und diskutiert. Der Begriff der Bildung, verstanden als seelische Verwirklichung von Tugend, wirft die Frage auf, unter welchen Voraussetzungen sich die epistemische Suche tatsächlich als Seelenbildung und nicht lediglich als Aneignung von Wissen über die Tugend erweist. Die platonischen Konzepte der Selbstsorge und Seelentherapie sowie die Figur des Eros forcieren, wie die Untersuchung zeigt, eine selbstreflexive und zugleich auf die Idee des Guten hin ausgerichtete Bewegung, die vermittelnd und heilend auf das Seele-Leib-Verhältnis wirkt. Prominent treten in diesem Zusammenhang Platons Begriff der Scham und seine anthropologische Konzeption hervor. Die rhetorisch-poetische Perspektive im "Phaidros" eröffnet dabei nicht nur einen sprachkritischen Ansatz, sondern macht seelische Bildung auch in ihrer ästhetischen Dimension sichtbar: Es entsteht die Kontur eines lebendigen, seelenbewegenden Wissens.
 

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