Die große Wissenschaft
Aus dem Chinesischen von Richard Wilhelm
Schen, Dseng
2018, 98 S, Kt, (Cuvillier)
Bestell-Nr. 383654

29,90 EUR

Nach Absolvierung der kleinen Wissenschaften kam im chinesischen Altertum der Schüler mit fünfzehn Jahren auf die hohe Schule in der Hauptstadt, wo er die große Wissenschaft lernte. Schüler waren die Söhne des Adels, die öffentlich erzogen wurden. Die große Wissenschaft war eben die Wissenschaft von der Staats- und Gesellschaftsordnung. Konfuzius hat als erster eine Privatschule errichtet, in der er die Themen der staatlichen Schulen von seinem Gesichtspunkt aus theoretisch und praktisch behandelte. Das Neue am Standpunkt des Konfuzius war, daß er die überlieferte Form vom Standpunkt des moralischen Gesetzes aus kritisierte und neu belebte. Die Grundlagen dieser konfuzianischen Wissenschaft sind in diesem Werk zusammengestellt. Zeitlich dürfte es Maß und Mitte ziemlich nahe stehen, obwohl es weniger metaphysisch und mehr volkswirtschaftlich orientiert ist. In der Sungzeit ist auch dieses Kapitel dem Zusammenhang der Aufzeichnungen der Sitten entnommen und als eines der "vier Bücher" herausgegeben worden. Dschu Hi vertritt dabei die Theorie, daß der Abschnitt "Die Grundlagen" von Konfuzius, "Die Ausführungen" von Dseng Schen stammen, freilich ohne historischen Anhaltspunkt. Er hat den Text dann gründlich umgeordnet und vom Standpunkt der Sungphilosophie aus gedeutet. Die Opposition des Wang Yang Ming in der Mingzeit gegen die Schule des Dschu Bi schließt sich zum großen Teil ebenfalls an eine neue Erklärung des Textes an. Während der Mandschuzeit ging dann die historische Schule (Hanschule) auf den ursprünglichen Text zurück, dessen Übersetzung hier wiedergegeben ist.
 

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