Individuum und Sittlichkeit
Die Beziehung zwischen Allgemeinheit und Besonderheit in Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts
Tidre, Polyana
2018, 190 S, Kt, (wvb)
Bestell-Nr. 381684

36,00 EUR

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist Hegels Bruch mit einer Tradition politischer Philosophie, die von Aristoteles bis zum neueren Naturrecht reicht und die "Staat" ("polis", "civitas") und "bürgerliche Gesellschaft" (bzw. "koinonia politike" oder "societas civilis") für Synonyme hält. Für Hegel verbirgt die Übernahme derselben Terminologie durch die Moderne jedoch eine grundlegende Veränderung ihrer Semantik: Im Unterschied zur Antike, in der die eigenen Interessen denjenigen der polis untergeordnet werden, werden ab der Moderne im Gegenteil das Individuum und der Erhalt individueller Freiheit zur Grundlage und zum Hauptziel eines vom Staat und vom Recht geregelten Lebens.
Statt sich für Allgemeinheit oder Besonderheit zu entscheiden, warnt Hegel vor der Vernachlässigung oder gar Unterdrückung eines der beiden Prinzipien zugunsten des anderen, zu denen die traditionelle Gleichsetzung von "Staat" und "bürgerlicher Gesellschaft" stets führt. Er verteidigt im Gegenteil die Notwendigkeit, ihre Unabhängigkeit aufrechtzuerhalten, ohne jedoch damit in einen Dualismus zu fallen. Ihm geht es vielmehr darum, eine neue Einheit zu denken, in der die Autonomie beider berücksichtigt wird. Im Besonderen wird der Beitrag der im Rahmen der Korporation ausgeübten Arbeit zu dieser Einheit erörtert und Hegels Schwierigkeit untersucht, das Phänomen des "Pöbels" innerhalb der in den Grund­linien entwickelten Argumentation zu integrieren. In diesem Zusammenhang liegt ein Schwerpunkt auf Hegels Stellungnahme zu Fragen, die mit dem damals noch jungen kapitalistischen Produktionssystem verbunden sind, wie die zunehmende Ungleichheit zwischen Armen und Reichen, das Vereinigungsrecht und die Marktfreiheit.
 

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