Simone de Beauvoirs existentialistische Konzeption der Frau als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit in "Das andere Geschlecht" und "Das Alter"
Redolfi Widmann, Esther
2018, 620 S, Kt, (Innsbruck UP)
Bestell-Nr. 382032

39,90 EUR

Bis heute ist unbestritten, dass Simone de Beauvoir in Das andere Geschlecht und Das Alter ihrer Zeit weit voraus war. Die Entwicklung des Denkens der Philosophin lässt sich in Anlehnung an zahlreiche sozialhistorische Umwälzungen ihrer Zeit nachzeichnen. Die unterschiedlichen Interpretationen von Beauvoirs Leben und Werk durch feministische Bewegungen und Strömungen waren bzw. sind ein Indiz dafür, dass der Prozess der Emanzipation der Frauen noch lange nicht abgeschlossen ist, und die Philosophin in dieser Entwicklung immer einen bedeutenden Platz einnehmen wird. Tatsächlich gilt Beauvoir als bislang einzige Frau, der es in ihrem bis zuletzt geführten Kampf gelungen ist, sich über ihr Heimatland hinaus weltweit Aufmerksamkeit zu verschaffen und dadurch eine Veränderung der Lage der jungen und der bejahrten Frau in die Wege zu leiten. Beauvoir hat stets - auch diese Analyse von Das andere Geschlecht und Das Alter ist eindeutig - für eine ganzheitliche Auffassung der Frau (als Mensch) plädiert. Infolgedessen wurde als Grundtenor bzw. Leitmotiv ihrer Philosophie, expressis verbis die Frau als permanente Spannung von Freiheit und Situationsgebundenheit herausgearbeitet. Mittels konkreter Fallbeispiele aus Beauvoirs Essay Das andere Geschlecht wird die Situation der jungen sowie der bejahrten Frau in Das Alter analysiert. Da dies eine dem Verständnis dienliche chronologische Anordnung relevanter Auszüge aus beiden Essays vorsieht, bietet sich diese Darlegung als kommentierte Einführung sowie als neuer und vor allem übersichtlicher Zugang zu diesen beiden Werken an. Darüberhinaus eignet sich diese Untersuchung in Beauvoirs Sinne Leserinnen und Leser zu konkreten Problemlösungen anzuregen. Denn da sich seit 1949 bzw. 1970 die Lage der Frau weltweit bzw. die der westlichen Frau nicht maßgeblich verändert hat, liegt die Dringlichkeit, sich heute an Simone de Beauvoirs Essays zu wagen, auf der Hand. Denn die Gleichstellung von Frau und Mann mit allen Konsequenzen wird erst dann wirklich überwunden sein, wenn sich alle als Menschen begreifen, als Menschen respektieren, und trotz situativer Differenzen diese nicht für Machtzwecke instrumentalisieren, sondern als ebenso notwendige wie bereichernde Nuancen unseres Menschseins akzeptieren.
 

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