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Unsere Titel des Monats
Meister Eckhart zählt zu den bedeutendsten und wirkmächtigsten Persönlichkeiten des Mittelalters. Bis heute hat sein Werk nichts an Aktualität und Faszination verloren. Als Prediger, Theologe und Philosoph lehrte er die Einheit von Gott und Mensch. Sind seine deutschen Predigten eher von rhetorischer Emphase geprägt, argumentiert er in seinen lateinischen Traktaten in aller scholastischer Strenge für sein zentrales Anliegen: die göttliche Natur der menschlichen Seele. Diese Verflechtung von mystischer Predigt und philosophischer Begründung stellt einen Höhepunkt philosophischer Mystik dar. Christian Jung weist in einer konzisen Gesamtschau nach, wie Meister Eckhart die Geistigkeit Gottes und die Vernünftigkeit des Menschen, das Seelenfünklein, in eins setzt. Dabei berücksichtigt der Autor alle Werkschichten, von den frühen Pariser Streitschriften, über das lateinische Hauptwerk, das Opus tripartitum, bis hin zu den deutschen Predigten. |

 | | Adyton Heideggers esoterische Philosophie Trawny, Peter 2010, 160 S, Kt, (Matthes & Seitz) Bestell-Nr. 148704
12,80 EUR Bestellen |
Adyton bezeichnet das Unzugängliche, Unbetretbare, jenen Bereich des griechischen Tempels, in dem sich das Allerheiligste befand. Peter Trawny stellt das Unzugängliche in das Zentrum seiner Untersuchung zu Heidegger und zeigt ihn als politischen Esoteriker, der sich konsequent allen Diskursen der Öffentlichkeit zu entziehen versucht. Im beinahe intimen Akt, dem Geheimnis des Philosophierens wird sichtbar, dass Heideggers Philosophie auch von der erotischen Erfahrung lebt. |

Durch den Aufweis und die Beschreibung von bekannten alltäglichen Phänomenen wie Ernst, Leichtsinn, Ärger, Wut, Anständigkeit, Güte, Hass usw., will Bollnow einen neuen Zugang zum Gesamtverständnis des Menschen eröffnen und damit auch einen Beitrag zu einer philosophischen Anthropologie liefern. Name auf Vorsatz, sehr gutes Ex. |

A Companion to Bioethics presents the central issues and concepts in bioethics in an authoritative yet highly accessible manner. Now fully revised and updated to reflect the current state of the field, the 49 essays, each specially written by leading experts, span an unparalleled range of topics, including discussion of the moral status of embryos and fetuses, new genetics, life and death, organ donations, AIDS, human and animal experimentation, health care, and teaching. Subjects new to this edition include cloning, genetic enhancement, infectious disease, and bioethics in the developing world. |

Wie Mörike Absolvent des Tübinger evangelischen Stifts, wurde Friedrich Theodor Vischer (1807-1887) später jedoch Professor für Ästhetik und deutsche Literatur. 1848 vertrat er Reutlingen in der Frankfurter Nationalversammlung. Vielseitig äußerte er sich als Kunst- und Literaturwissenschaftler, Philosoph, Politiker, Journalist und Essayist. |

Der "letzte Mensch", so Nietzsche, wird sehnsuchtslos sein, ein selbstgenügsamer Erdfloh, kein Sterngebärer. Er wird den Pfeil der Sehnsucht nicht mehr fliegen lassen, schon gar nicht über den Menschen hinaus. Sind etwa wir die letzten Menschen?
Die Karrieristen, Realisten, Hedonisten übertönen mit ihren lauten Begehrlichkeiten jene, die sie als "unverbesserliche Romantiker" denunzieren. Einen Stern gebären zu wollen – was könnte unproduktiver, versponnener anmuten? Peter Strasser rettet die Sehnsucht auch und gerade für uns rundum Globalisierte. Der Horizont aber unserer tiefen Sehnsucht liegt jenseits unseres Globusses. |

Glücklich leben wollen alle. Wohl wahr! Doch worin besteht eigentlich die echte Glückseligkeit? Und wie kann man sie erreichen? Hier zeigt der römische Philosoph, stark beeinflusst von stoischem Gedankengut, einen klaren Weg auf. Denn der Verlauf der äußeren Welt liegt nicht in unserer Macht, wohl aber die innere Haltung, die wir dazu einnehmen. Breit wird dies am Beispiel vom Wert des Reichtums vorgeführt - ein Text, der in den Tagen der großen Finanzkrise einen ganz neuen Klang erhält. |

Die Kultur Chinas ruht auf drei geistigen Säulen: dem Konfuzianismus, dem Buddhismus und dem Daoismus. Das klassische Werk des Daoismus ist das 'Daodejing' (in früherer Umschrift: 'Tao Te King') des Laozi aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Die 81 Sprüche kreisen um vier zentrale Begriffe: 'Dao' ('Weg'), das Urprinzip, das mit Worten nicht zu vermitteln und nur auf mystische Weise zu erfahren ist; 'De', die konkrete Auswirkung des 'Dao', oft mit 'Tugend' übersetzt; 'Shengren', die Idealgestalt, die 'Dao' erkannt hat und von 'De' durch und durch geprägt uneigennützig für andere wirkt (traditionell übersetzt als der 'Weise'); 'Wuwei', das Prinzip des 'Nicht-Handelns' oder 'Nicht-Eingreifens'.Der Laozi (früher: Lao Tse, wörtlich 'alter Meister') zugeschriebene Text ist vermutlich eine Kompilation aus verschiedenen Quellen. Vorgelegt wird hier eine gründlich kommentierte und sehr genaue Neuübersetzung, die sich, anders als viele, auch jüngere Übersetzungen, der Spekulation enthält, bei dunklen Stellen auf die paläographisch gesicherten archaischen Bedeutungen der Zeichen rekurriert und ebenso die über zweitausendjährige Rezeptionsgeschichte des Textes berücksichtigt. Der chinesische Text wird im Original mit der heute verbindlichen Pinyin-Umschrift abgedruckt. |

Der Denker und Staatsmann Cicero hat sich in verschiedenen Schriften mit Fragen des menschlichen Lebens auseinandergesetzt, die auch 2000 Jahre später noch jeden betreffen: In seinem Dialog 'Laelius' erörtert er, was eine rechte Freundschaft ausmacht; im 'Cato' wird dargelegt, dass man sich vor dem Alter nicht zu fürchten braucht; und im 'Traum des Scipio' (einem Ausschnitt aus Ciceros Werk 'Über den Staat') wird ein Ausblick auf die menschliche Existenz jenseits des irdischen Lebens eröffnet. |

 | | Foucault
Deleuze, Gilles 2010, 6.A., 189 S, Kt, (Suhrkamp) Bestell-Nr. 137980
10,00 EUR Bestellen |

 | | Senilia Gedanken im Alter Schopenhauer, Arthur 2010, 374 S, Gb, (Beck) Bestell-Nr. 149781
29,95 EUR Bestellen |
Unter den nachgelassenen Papieren Schopenhauers fand sich ein Band von 150 dicht beschriebenen Seiten. Er hat den Titel „Senilia“ und enthält, neben anderem, eine „Kunst des Alterns“. Dieses Manuskript, gleichsam Schopenhauers philosophisches Testament, wird hier erstmals vollständig transkribiert herausgegeben. In den letzten Jahren seines Lebens hat Schopenhauer Tag für Tag die Früchte seiner regelmäßigen Meditationen in dieses „Gedankenbuch“ notiert: Zitate, Reflexionen, Erinnerungen, wissenschaftliche Überlegungen, psychologische Beobachtungen, Beschimpfungen und Tiraden, Entwürfe und Pläne, Benimmregeln und Lebensmaximen. Es sind die letzten Tropfen der Weisheit, die das Philosophieren ihm bietet: gleichsam eine geistige Arznei, die ihm das Alter erträglich und sogar angenehm macht. In den „Senilia“ beobachten wir Schopenhauer, den Meister des Pessimismus, bei der Ausübung der „Kunst des Alterns“. |

Die Hirnforschung, genauer gesagt die Neurobiologie, hat in den letzten Jahren die Behauptung aufgestellt, dass der Geist nichts anderes sei als das Gehirn. Medial sehr wirksam, werden Resultate aus dem Gebiet der Hirnforschung referiert, die zeigen sollen, dass der Mensch und sein Verhalten letztlich nur durch sein Gehirn bestimmt seien und Begriffe wie der »Geist«, das »Bewusstsein«, das »Ich« und der »freie Wille« nur Fehlkonstrukte unserer Kultur seien. Felix Tretter und Christine Grünhut zeigen in ihrem Buch auf, dass die häufige Nichtbeachtung technisch-methodologischer Probleme der Hirnforschung, die Überinterpretation der experimentellen Befunde sowie die mangelnde Beachtung von Erkenntnissen der Psychologie dazu führen, dass unser Menschenbild durch den Reduktionismus massiv beeinflusst wird.
Sie verdeutlichen mit ihrem Ansatz der »Neurophilosophie« die Notwendigkeit einer interdisziplinären philosophischen Reflexion der Hirnforschung, bei der gleichermaßen Erkenntnisse der Philosophie, Psychologie, Neurobiologie und Systemtheorie berücksichtigt werden. Das Buch liefert damit einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Geist-Gehirn-Debatte. |

 | | Das Neutrale Philosophische Schriften und Fragmente Blanchot, Maurice 2007, 272 S, Kt, (Diaphanes) Bestell-Nr. 145282
24,90 EUR Bestellen |
In bezug auf die Philosophie sind Blanchots Schriften - als Essay, Literatur, Fragment - einer einzigen, sehr präzisen Forderung nachgekommen: Eine unentwegte Arbeit an den Verführungen durch die philosophischen Grundformen zu leisten, der Dialektik, der Einheit, des Widerspruchs, an all dem, was die innerste, subtilste und wirkmächtigste Machart der Metaphysik und Ontologie ausmacht. Diese Arbeit hat nicht zu einem System von Begriffen, nicht zu Abhandlungen nach dem Gesetz der Deduktion geführt, sondern zu einer Folge von Interventionen mit der Sprache, in ihr, ohne sie - zu Interpunktionen eines Denkens von roher Eleganz und syntaktischer Schönheit, das zugleich dem Anspruch nachkommt, der Form zu entsagen, die Einheit zu zersetzen und sich von ganz anderem an seine unendlich differenzierte Grenze führen zu lassen. |

Wer, der sich die geistige Situation von 1967 vor Augen holt, denkt an Wolfgang Cramers Auseinandersetzung mit den Gottesbeweisen und ihrer Kritik? Und doch entfaltet die kleine Schrift aus jenem Jahr eine verborgene Langzeitwirkung, die bis heute andauert. Sie liegt in der Provokation begründet, die Cramers Überlegungen bedeuten. Cramer behandelt die Frage nach Gott nicht als eine religiöse Frage, sondern als die philosophische Frage nach dem Absoluten – mit dem Anspruch, dass eine Philosophie des Absoluten auch nach Kants Kritik an ihr möglich sei. Das wendete sich ebenso gegen die Selbstgewissheit des nachmetaphysischen Zeitalters, wie es den kritischen Impuls, die "Prüfung", fortsetzte. Denen, die unvoreingenommen auf Cramers Arbeit stießen, konnte sie so zum Stachel ihres Denkens werden – ein Stachel, der heute, wo die Positivismen von Naturalismus und Religion sich mehr denn je geltend machen, unvernutzt sticht. |

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